„Küsst die Faschisten, wo ihr sie trefft“ – Kommentar zum 27. Januar diesen Jahres

Der Inhalt dieses Beitrages entspricht der persönlichen Meinung des Autors.

Das Gedicht „Rosen auf den Weg gestreut“ hat Theobald Tiger am 31. März 1931 in der Weltbühne veröffentlicht:

„Ihr müßt sie lieb und nett behandeln,
erschreckt sie nicht – sie sind so zart!

Ihr müßt mit Palmen sie umwandeln,
getreulich ihrer Eigenart!

Pfeift euerm Hunde, wenn er kläfft –:
Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft! …“

Es geht nicht mehr um Dackelkrawatten oder Interpretationen über vogelbeschissene Vergleiche. Wer nach der Recherche des Netzwerks correctiv zur Wannsee-Konferenz 2.0 in der Potsdamer Villa jetzt den Schuss nicht gehört hat, dem/der ist nicht mehr zu helfen oder diese Leute denken reaktionär. Die Geheimpläne der Rechtsextremnisten, #noAfD & co, triefen vor Verfassungsfeindlichkeit und Menschenverachtung.

Ich freue mich über wachsende Zahlen der Demonstrierenden gegen #Rechtsextremismus und rechte #Hetze. Am 23. Mai diesen Jahres werden wir das 75. Jubiläum des Grundgesetzes … Hier sperren sich die Tasten beim Begriff ‚feiern‘. Auch das passive ‚begehen‘ trifft es nicht.

Also: Zum 75. Jubiläum müssen wir alle zusammen das Grundgesetz neu wachküssen und unsere Grundrechte erneut ins aktive Bewusstsein bringen. Ein hervorragender Vorsatz ist vom Wahlrecht Gebrauch zu machen und am 9. Juni wählen zu gehen.  Erinnert Euch an die friedliche Revolution 1989. Sie ist inspiriert gewesen von der Forderung: Bürgerrechte und Demokratie jetzt! Genau darum geht es wieder.

„Wenn sie in ihren Sälen hetzen,
sagt: »Ja und Amen – aber gern!

Hier habt ihr mich – schlagt mich in Fetzen!«
Und prügeln sie, so lobt den Herrn.

Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft!
Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft. …“

Egal, ob im „Bürgerdialog“, an Ständen oder auf Medienkanälen, die simplifizierenden und spaltenden Botschaften können uns nicht mehr egal sein. Das Konzept von Nicht-Mehr-Ignorieren der #noAfD ist an ihr Ende gekommen. Aus eigener Anschauung kann ich berichten, dass auch auf der kommunalen Ebene die Beschimpfungen von Ratsvertreter*innen öfters in Bedrohungen umschlagen.

Denkt an die Anschläge von #Hanau #Halle die Terrorserie der #NSU den Mord an Walter Lübcke. Erinnern wir uns an die Anschläge von #Solingen #Mölln #Lichtenhagen.

„Und schießen sie –: du lieber Himmel,
schätzt ihr das Leben so hoch ein?
Das ist ein Pazifisten-Fimmel!
Wer möchte nicht gern Opfer sein?

Nennt sie: die süßen Schnuckerchen,
gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen …

Und verspürt ihr auch
in euerm Bauch

den Hitler-Dolch, tief, bis zum Heft –:
Küßt die Faschisten, küßt die Faschisten,
küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft –!“

Hinter Theobald Tiger steckt der scharfsinnige Kurt Tucholsky und ist eine bittere Abrechnung mit der ausgehenden Weimarer Republik. Neben der Moral vom heutigen Befreiungstag von Auschwitz #NieWieder tritt die Aufforderung zur Aktivierung #NieWiederIstJetzt.

2 Antworten

  1. Lieber Joe plus Ihr „in Köln“! Danke für ND-Mitdenken-Text! Bei uns in Freienohl ist seit einigen Jahren zur Erinnerung mitlesbar: Home Freienohler.de: rechts: Geschichtstexte von HP: Holocaust-Gedenken 2018 Aufruf… Holocaus-Gedenktag 27. Januar / KZ-Lied Wenn der Tag…/ Lied der Moorsoldaten / Gedenktafel. – Da stehen noch mehr Texte von mir. Alles Gute – Summum Bonum! Euer Bundesbruder Heiner Pasternak

  2. Noch ein Tipp zum Beten: siehe Home freienohler.de : rechts: Freienohler Geschichichtstexe von HP: Heinrich Repke Kreuzweg Beten mit der „Plötzensee-Liturgie“ und der „Christologie nach Auschwitz“.

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