Weil der Weg ein Ziel hat – Zum Abschied von Claudia Auffenberg

Der Inhalt dieses Beitrages entspricht der persönlichen Meinung des Autors.

Zu einer Zeit, wo alternative Fakten und FakeNews noch undenkbar waren, lautete eine Interviewfrage in der Münsteraner KSJ-Zeitung ‚upwärts‘: „Was hältst Du für das letzte Aufblitzen von Vernunft in einer verrückten wahnwitzigen Welt?“

Das Denglisch im Zeitungstitel ist natürlich sanft zu rüffeln. Aber die Zeitung gibt es schon länger nicht mehr. Zeitung wie Frage stammten aus einem anderen Zeitalter, der Gutenberg-Galaxis. Heutzutage mutieren Zeitungen zu hippen Magazinen, wenn sie nicht schon in den wilden Weiten des Webs verloren gegangen sind. Oder die Fusionitis grassiert.

Vermutlich schrumpft der Zeitungsmarkt ähnlich wie die Zahl der Kirchenbankbesetzer*innen. Von der Anzahl der Kirchenmitglieder ganz zu schweigen. Umso heldenhafter war es von Claudia Auffenberg, als Chefredakteurin unserer Kirchenzeitung neues Leben einzuhauchen, neben den üblichen Verdächtigen spannende Zeitgenossen zu Worte kommen lassen und Themen jenseits der Kirchenturm-Perspektive Raum zu geben. Viele Menschen im Bistum erzählen mir, dass sie allein wegen ihres exzellenten Editorials die Bistumszeitung lesen. Heute hatte sie ihren letzten Arbeitstag in der Redaktion vom DOM. Der Merksatz: „Weil der Weg ein Ziel hat“.

In einer mehr als aufgeregten Zeit mit der Option zu echter Synodalität hat Claudia Auffenberg genau die entscheidenden Beobachtungen stilsicher und mit Sprachwitz auf die springenden Punkte gebracht. Und Woche für Woche leuchtete auf Seite drei Verständliches in einer an Verrücktheiten reichen Welt auf. Nicht jedem Christenmenschen ist das Talent gegeben, von der Hoffnung Rechenschaft zu geben. Ihr schon.

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