Die Neuerburg und der Liebesbrief

Der Inhalt dieses Beitrages entspricht der persönlichen Meinung des Autors.

Zweiter Tag, 13. August 2o22

Ora 2022 fällt aus? – das geht doch gar nicht! Nur 3 Jahre „fehlen“ mir von all den Jahren, seitdem es Ora gibt – und sogar in den Corona-Sommern 2020 und 2021 haben diese besonderen Tage auf der Neuerburg stattgefunden… Was machen wir als Familie denn dann nur in diesem Sommer? Erst einmal hoffen wir bis kurz vor den Hamburger Sommerferien, dass noch ein Wunder passiert und wir doch alle auf die Burg fahren können – aber dieses Wunder bleibt leider aus.

Muriel entscheidet dann, dass sie wenigstens soviel ND -Feeling wie möglich im Sommer erleben will und findet noch einen Unterschlupf bei den Familienferien in Warth. Wir bringen sie dorthin und bleiben ein paar Tage, das ist schon mal ein sehr schöner Auftakt! Dann geht es für uns Eltern weiter und schließlich landen wir in Triest, Warum gerade Triest? Weil wir hier auf Schritt und Tritt an die Neuerburg erinnert werden. Denn: neben vielen toll herausgeputzten Palazzi und Plätzen – werden wir allenthalben auf wundersame Weise an Ora-Projekte erinnert: Löchrige Dächer, Fassaden, die neu verputzt werden müssten, alte Bruchsteinmauern, die auf kühne Art und Weise von Stahlseilen gehalten werden und jede Menge Holzfensterrahmen, die nach Farbe rufen – auch in Denkmalschutz grau…

Tja- und dann tauchen wir immer wieder in die Erinnerungen ein:

  • das heiße Ora-Jahr 2018, als wir auf der Sonnenterrasse die Chillmöbel neu angestrichen haben,
  • das vielleicht nasseste Ora 2017 als der Niedrigseilparkour auf den Sportplatz umgezogen ist
  • das gefühlt komplizierteste Projekt, nämlich der Bau der Grillhütte, wo nicht nur das Setzen der Pfosten eine Herausforderung war – oder oder oder.

Herausragend war aber sicherlich ein besonderes Erlebnis 2014, das Jakob (damals 9) für die Neuerburger Dorfchronik so zusammengefasst hat:

Ich war in den Sommerferien in der Eifel auf der Neuerburg. Dort haben wir wieder bei der „ora et labora“ –Woche mitgemacht. Bei einem Projekt haben wir Kabel verlegt. Bei den dicken alten Mauern ist es schwer zu bohren. Deshalb sollte ein Kabel hinter dem Jungenwaschraum durch einen Zwischenraum verlegt werden. Dieser war sehr eng. Deswegen konnten nur wir Kinder hineinkrabbeln. Mit unseren Taschenlampen haben wir uns den Weg ausgeleuchtet und zunächst das Kabel an die Decke geschraubt. Als wir damit fertig waren und unsere Augen sich etwas an die Dunkelheit gewöhnt hatten, haben wir uns dort ein bisschen genauer umgeschaut. Hinten in dem Zwischenraum entdeckten wir einen weiteren Zwischenraum, der ebenso durch ein kleines Loch zugänglich war. Wir haben uns das genauer angeschaut und geleuchtet.  Mit einer Metallstange, die dort lag, haben wir von den Dingen, die in der Öffnung lagen, als erstes eine alte Konservendose herausgefischt. Unter uns auf dem Boden entdeckten wir dann alte Zeitungsstücke, Packpapier von einem Paket, eine weitere Dose, Streichhölzer und auch einige Rasierklingen.

Ein handgeschriebener Brief lag zwischen dem Schutt auf dem Boden. Die Schrift konnten wir kaum entziffern und die Sprache verstanden wir auch nicht. Erst später, wurde der Brief übersetzt. Es war ein Liebesbrief, der sein Ziel wahrscheinlich nie erreicht hat…

Ich fand es spannend, dass wir in der alten Burg Dinge aus dem 2. Weltkrieg gefunden haben. 

In diesem Sinne: 2022 sind wir alle ganz woanders, aber in Gedanken doch auf der Burg und bei den vielen Menschen, mit denen wir sonst dort arbeiten und beten würden. Wir hoffen auf ein Wiedersehen 2023 und viele spannende Blogbeiträge.

Hilke Heiny

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