27.08.2026 – Die Orientierung an der Wahrheit ist fundamental für jede Kommunikation. Sie ist konstitutiv für die Wissenschaft, für das Justizwesen, für die Religion. Aber auch die Politik kommt nicht ohne Wahrheitsbezug aus. Bei der Tagung von 21. bis 23.09. wurden diese verschiedenen Aspekte von Wahrheit beleuchtet. Nach einer Einführung in die naturwissenschaftliche Methodik am Beispiel der Altersbestimmung der Erde durch Gerd Weckwerth widmete sich der Leiter des ND und ehemalige Bundestagsabgeordnete Hermann Josef Tebroke dem Thema „Wahrheit in der Politik“. Diese bewege sich im Spannungsfeld verschiedenster Interessen und Perspektiven, die im Wege des Kompromisses zusammenzuführen sind. Sachorientierung und Werteorientierung seien dabei gleichermaßen wichtig. Der unverhandelbare normative Rahmen bleibe das Grundgesetz. Die Bonner Philosophin Elke Brendel betonte, dass Wahrheit immer relativ zu einem Standpunkt, einer Perspektive und einem Kontext gesehen werden müsse und daher auch scheinbar widersprüchliche Aussagen bei näherer Betrachtung und geduldiger Kommunikation in Wirklichkeit keine Kontradiktionen sind. Dies sei aber kein Relativismus, sondern eher ein kritischer Rationalismus. Demnach sei jede wissenschaftliche Erkenntnis immer nur approximativ zur Wahrheit und muss jederzeit fallibel sein. Gleiches gilt für die Politik, die stets wahrheitsorientiert und zugleich korrekturoffen bleiben muss. „Ohne Wahrheit stirbt die Demokratie“, resümierte Tebroke seine Ausführungen.