Kongress 2018

Programmübersicht

Das Programm des Kongresses in Dresden sowie das sich gerade im Druck befindende Programmheft sind einsehbar. Viel Freude bei der Durchsicht. Mögliche Änderungen des Programms sind vorbehalten. Aktualisierugen werden regelmäßig vorgenommen.

Montag, 2. April 2018

Ab 15:00 Uhr

Eröffnung des Kongressbüros

Die Anmeldung öffnet im St. Benno-Gymnasium. Das Team der ND-Geschäftsstelle händigt die Kongressunterlagen aus und beantwortet Fragen. Bundesgeschwister aus der Region Sachsen helfen als Scouts weiter. In der Jugendherberge werden die Familien in Empfang genommen.

St. Benno-Gymnasium, Kongressbüro (Raum 1.02)

17:00 Uhr

Abendessen

Der ND-Kongress wird von der Firma „März Menü“, dem schuleigenen Caterer, verköstigt. Informationen zum Essen auf S. 66 des Programmheftes.

St. Benno-Gymnasium, Mensa (Raum E.13)

18:00 Uhr

Österliche Eucharistiefeier

„Was sind das für Dinge, über die Ihr auf Eurem Weg miteinander redet?“ – Ein Gottesdienst steht zu Anfang der Osterwoche in Dresden. Der beste Ort, um den Kongress zu beginnen, ist die Hofkirche am Altstädter Elbufer. Zugleich Kathedral-Kirche und Pfarrkirche für die Stadt. Geprägt durch den Barockstil wie die Frauenkirche, die ungefähr zur gleichen Zeit erbaut wurde. Die Frage verlangt nach unseren Antworten.

Ort: Hofkirche, Schloßstraße 24, 01067 Dresden

20:00 Uhr

Abend der Begegnung

mit Stefan Giese-Rehm und Bundesgeschwistern aus Sachsen Zugegeben: die Anreise nach Dresden ist lang gewesen. Umso schöner die Freude, alte Freunde wiederzusehen und das Vergnügen, neue Leute kennen zu lernen. Zur Eröffnung des „PapperlaPub – JugeND macht Zu(sammen)kunft“, gibt es sächsische Spezialitäten und Getränke.

St. Benno-Gymnasium, PapperlaPub, Foyer 1. OG

22:00 Uhr

Nachtgebet

Nachtgebet und Morgenlob werden jeweils von ND-Arbeitskreisen vorbereitet.

St. Benno-Gymnasium, Kapelle (Raum E.05)

 

Dienstag, 3. April 2018

Erinnerungsort Dresden

8:30 Uhr

Morgenlob

mit Konrad Nagel-Strotmann und dem AK „Gerechtigkeit & Globalisierung” Im Mittelpunkt des Morgenlobs steht die Erinnerung des Propheten Jeremias an die Zusage Gottes, trotz der babylonischen Gefangenschaft Zukunft und Hoffnung zu geben.

St. Benno-Gymnasium, Kapelle (Raum E.05)

8:45 Uhr

Start Kinder- und Jugendprogramm

mit den KiJu-Teamern um Ulrike Steinle und Tobias Berger

Dienstags bis freitags beginnen die morgendlichen Aktivitäten um 8:45 Uhr und enden um 12:15 Uhr. Nachmittags laufen die Programme von 14:45–17:45 Uhr; Ausnahme: Freitag 14:00–17:00 Uhr.

St. Benno-Gymnasium, Räume 2.10 – 2.19

9:00 Uhr

Eröffnung des Kongresses

mit Dr. Claudia Lücking-Michel, ND-Leiterin und Detlef Sittel, Erster Bürgermeister der Stadt Dresden und der Programmkommission

Schon bei der Vorbereitung des Kongresses sind wir als Programmkommission in Dresden mit offenen Armen empfangen worden. Viele Ideen haben wir im Gespräch mit Kirche, Stadt und ganz unterschiedlichen Initiativen neu und weiter entwickelt. Jetzt geht es los. Leiterin und Bürgermeister eröffnen
den Kongress.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

10:00 Uhr

Dresdner Erinnerungsdialoge

mit Frank Richter, damals kath. Kaplan der Hofkirche und in der Gruppe der 20, später Moderator der AG 13. Februar, heute Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche; Lutz Rathenow, damals in der unabhängigen Friedensund Bürgerrechtsbewegung, heute Sächsischer Landesbeauftragter zur Aufarbeitung SED-Diktatur Verantwortlicher der Stadt Dresden für Erinnerungskultur Prälat Hellmut Puschmann, damals Schüler, später Caritasdirektor in Dresden u. Ostberlin sowie Präsident des Deutschen Caritasverbandes in Freiburg, heute Pensionär; Moderation: Klaus Prömpers, Journalist und Buchautor


In einer Zeit, in der sich Ereignisse überschlagen und beschleunigt haben, die Medien Momentaufnahmen weltweit verbreiten und der Augenblick vielleicht weniger zählt, räumen wir zur Eröffnung des Kongresses den Erinnerungen Zeit und Raum ein. Morgens erläutern Zeitzeugen im Benno-Gymnasium ihre Sicht, während ihr nachmittags selbst auf 16 Erkundungen historische Spuren direkt vor Ort verfolgen könnt.
In Dresden kristallisiert sich die jüngste Zeitgeschichte wie in kaum einer anderen Stadt. Welche Bedeutung haben die wechselvollen Stadtgeschichten heute für uns? Der Übergang von der sächsischen Monarchie zur Weimarer Demokratie, die Infektion mit dem nationalsozialistischen Gewaltregime und sein vernichtendes Ende, die sozialistische Gesellschaftsordnung und friedliche Revolution mit ihren Umbrüchen. Aus welcher
Perspektive betrachten wir die Geschehnisse? Über unsere Erinnerungskultur wird gerade in Dresden erbittert gestritten.
Von zwei Eckpunkten des Erinnerns entwickelt die von Klaus Prömpers moderierte Gesprächsrunde den historischen Faden in die Gegenwart: Die friedliche Revolution im Oktober/ November 1989 und die Auseinandersetzung um das Gedenken an den 13. Februar.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

12:30 Uhr

Mittagessen

St. Benno-Gymnasium, Mensa (Raum E.13)

13:30 Uhr

Orchesterprobe

mit Dr. Wolfgang Schneider

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.03

13:30 Uhr

Chorprobe

mit Kathrin Hantel

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

13:30 Uhr

Treffen zur Firmung 2019 im ND

mit Lea Winterscheidt, André Remmert-Klinken und dem Geistlichen Leitungsteam

Im ND wird alle zwei Jahre eine Firmung angeboten. Jugendliche und junge Erwachsene bereiten sich innerhalb eines Jahres auf die Spendung des Firmsakramentes vor. Die nächste Firmfeier wird im Rahmen des Jubiläumskongresses in Köln stattfinden. Interessierte junge Erwachsene und Eltern sind
herzlich willkommen.

St. Benno-Gymnasium, Raum 1.17

14:45 Uhr

Start Kinder- und Jugendprogramm

mit den KiJu-Teamern um Ulrike Steinle und Tobias Berger

Nachmittags laufen die Programme von 14:45 Uhr bis 17:45 Uhr.

St. Benno-Gymnasium, Räume 2.10 – 2.19

15:00 Uhr

Vergessen? Erinnert! - Spurensuche in der Stadt

Was am Vormittag im St. Benno-Gymnasium angesprochen worden ist, vertiefen wir am Nachmittag mit 16 Erkundungen. Dabei habt ihr die Wahl zwischen Gesprächen mit Zeitzeugen, ausgewählten Museumsführungen und thematischen Stadtspaziergängen. Lernt die höchst unterschiedlichen Perspektiven Dresdens kennen.
Alle Erkundungen sind für maximal 20 Personen ausgelegt. Die Verteilung läuft nach „wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Anmeldungen sind ab sofort hier oder über die ND-Geschäftsstelle möglich. Für den Fall, dass Erkundungen überhaupt nicht nachgefragt sind, streichen wir sie am 25. März.
Organisatorisches: Die Startzeit ist 15:00 Uhr (bis auf EK Nr. 7 „Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein“, 14:00 Uhr). Los geht es direkt am Treffpunkt. Wegskizzen vom St. Benno-Gymnasium zum jeweiligen
Treffpunkt liegen beim Tagungsbüro aus. Alle Informationen zur Spurensuche finden sich auf dieser Unterseite.

Zeitzeugengespräche

August der Starke und Elbflorenz

Der Heidefriedhof erzählt

Bürgerrechte contra SED-Regime

Der 13. Februar und kontroverses Erinnern

Herbst 1989 - Friedliche Revolution

Bunte Kirche Neustadt

Museumsführungen

Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein     

Militärmuseum

Hygienemuseum

Buchmuseum

Ausstellung zum deutsch-polnischen Versöhnungsprozess

Tragik und Hoffnung einer europäischen Stadt

Stadtführungen

Neustadt

Semperoper

Architekturgeschichte

Die russische Seite Dresdens

18:30 Uhr

Abendessen

St. Benno-Gymnasium, Mensa (Raum E.13)

 

Öffentliche Foren: Erinnerung

19:30 Uhr

Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet

mit Lutz Rathenow, Sächsischer Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, Lyriker
In Kooperation mit der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen und der Stadtbibliothek Dresden.

Alles andere als ein historischer Treppenwitz: Als Student gründete Lutz Rathenow in Jena den Arbeitskreis Literatur und Lyrik, wurde von der Staatssicherheit verfolgt, exmatrikuliert und inhaftiert. Einer Ausbürgerung aus der DDR widersetzte er sich, lieber engagierte sich der freie Schriftsteller in der unabhängigen Friedens- und Bürgerrechtsbewegung. 2011 und 2016 wählte der Sächsische Landtag Rathenow
zum Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. 600 bis 800 Menschen berät er mit seinem Team bei Fragen der Akteneinsicht und Rehabilitation. Für die Gegenwart und Zukunft wird politische Bildung der nachwachsenden Generationen zur zentralen Frage, um durch die Aufklärung über die SED-Diktatur den persönlichen Einsatz für Freiheit und Demokratie schätzen zu lernen. Ein Gesprächsabend über die Zukunftskraft der Erinnerung an der Schnittstelle von widerspenstigen Freiheitsgeist und diktatorischer Bürokratie.

Kulturpalast, Saal der Stadtbibliothek, Schloßstraße 2, 01067 Dresden

20:00 Uhr

Wer von Versöhnung spricht, darf von erlittener Gewalt nicht schweigen

mit Prof. Myroslav Marynovych, Vizerektor der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Universität Lemberg, Mitbegründer des Helsinki-Komitees der Ukraine; Dr. Jörg Lüer, stellvertr. Vorsitzender der Maximilian-Kolbe-Stiftung, Geschäftsführer der Kommission Justitia et Pax in Berlin; Simultanübersetzung: Pfr. Bohdan Luka, Dresden
In Kooperation mit der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen.

Gewalterfahrungen und ihre Folgen prägen insbesondere nach Kriegen und Diktaturen sowohl die gesellschaftlichen als auch die persönlichen Beziehungen nachhaltig. Ein konstruktiver, auf Versöhnung und Heilung zielender Umgang mit diesen Prägungen stellt eine wesentliche Herausforderung für die betroffenen Personen, Gruppen und Gesellschaften dar. Die häufig anzutreffende, übereilte Rede von Versöhnung wird dabei den Problemen in der Regel nicht gerecht, da sie die Tiefe und Vielschichtigkeit der Verletzungen oftmals überspringt und damit wesentliche Voraussetzungen für den Eintritt in einen Versöhnungsprozess nimmt. Nicht weniger gibt es jedoch vielzählige ermutigende Erfahrungen, wie sich diesen Herausforderungen gestellt werden und Versöhnung gelingen kann.

Haus der Kathedrale, Schloßstr. 24, Eingang Kanzleigäßchen

20:00 Uhr

DDR-Vertragsarbeiter - Konfrontiert mit Fremdenfeindlichkeit

mit Emiliano Chaimite, Vorstand Afropa e.V., „Facharbeiter der Integration“ (taz, 2012), ehemaliger Vertragsarbeiter, Pfleger im Städtischen Klinikum Friedrichstadt
In Kooperation mit Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V. und der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen.

Jorge João Gomondai (* 27. Dezember 1962 in Chimoio, Mosambik; † 6. April 1991 in Dresden) wurde das erste Todesopfer eines fremdenfeindlichen Überfalls in Dresden nach der Wiedervereinigung Deutschlands.
Rund 20.000 Mosambikanerinnen und Mosambikaner arbeiteten in Fabriken, Schlachthöfen, Bergwerken und anderen Volkseigenen Betrieben der DDR. Auf einen Großteil ihres Lohnes warten die Gastarbeiter aus dem damaligen sozialistischen Bruderstaat noch heute. Sie erlebten in der DDR und im Nachwende-Deutschland Einsamkeit, Heimatlosigkeit und Rassismus, aber natürlich auch glückliche Tage.

Kraftwerk Mitte, Trafohalle 32, 01067 Dresden

22:00 Uhr

Nachtgebet

mit Wolfgang Kramer (Arbeitskreis Erneuerung der Kirche)

St. Benno-Gymnasium, Kapelle (Raum E.05)

 

Mittwoch, 4. April 2018

Identität

8:30 Uhr

Morgenlob

mit Paul Hölzl, München

St. Benno-Gymnasium, Kapelle (Raum E.05)

8:45 Uhr

Start Kinder- und Jugendprogramm

mit den KiJu-Teamern

Dienstags bis freitags beginnen die Aktivitäten um 8:45 Uhr und enden um 12:15 Uhr. Nachmittags laufen die Programme von 14:45 Uhr bis 17:45 Uhr.

St. Benno-Gymnasium, Räume 2.10 – 2.19

9:00 Uhr

Identität und Biographie - Gesprächsgruppen

Gesprächsrunden zur individuellen und sozialen Vermittlung von Vergangenheit und Zukunft. Bitte in die Listen vor dem Tagungsbüro eintragen.

1. JUGENDBEWEGUNG UND IDENTITÄTSFINDUNG
mit Dr. Christian Pöpperl, Augsburg
Erfahrungen in frühen Jahren wirken für das weitere Leben durchaus prägend, das können die allermeisten von uns bestätigen. Das zeigt ein Rückblick auf die Jugendbewegung mit Wandervogel und Bund Neudeutschland. Aber das galt nicht nur für die Jahrhundertwende. Die Edelweißpiraten oder die „wilden Sechziger“ verändern auch Identitäten. Was passiert, wenn die heutige Schülergeneration beginnt, sich mit ihren
Vorläufern zu beschäftigen. Ein Erfahrungsbericht aus dem Gymnasium Wertingen.

St. Benno-Gymnasium, Raum 1.17

2. EINST WAR ICH HERR IN MEINEM REICH
mit Jutta Wenkemann

Erinnerungen an eine oberschlesische Familie. Sie wird anhand eines Familienbuches, das sie für jeden  Interessierten zugänglich gemacht hat, von der Haltung und dem Rollenverständnis ihres Großvaters in der Familie erzählen: gläubig, selbstbewusst, korrekt, streng, deutsch und sehr wortkarg.

St. Benno-Gymnasium, Raum 1.18

3. TOTGESAGT WEITERLEBEN - SCHULERFAHRUNGEN WÄHREND DES KRIEGES
mit Klaus Jäkel

Klaus Jäkel hat den Krieg als Schüler erlebt. Einschneidende Erfahrungen waren die Luftschutzübungen und die Konfrontation mit dem drohenden Tod, die seinem Glauben und seinen Hoffnungen für das Leben die entscheidende Richtung gaben.

St. Benno-Gymnasium, Raum 1.19

4. AUS MEINER STASIAKTE
mit Klaus Wenkemann

Er hat bis zum Ende seiner beruflichen Ausbildung als Bergmann und dem Erwerb der Hochschulreife im Eichsfeld gelebt. 1961 ging er in den Westen. Vor einigen Jahren beantragte er Einsicht in seine Stasi-Akte.

St. Benno-Gymnasium, Raum 2.01

5. VERTREIBUNG UND FLUCHT – ERINNERUNGSKULTUR UND VERSÖHNUNGSARBEIT IN DER GENERATION DER ENKEL
mit Matthias Dörr, Bundesgeschäftsführer der Ackermanngemeinde

Wer die Geschichte nur als lineare Zahlreihe auffasst, wird zu der Meinung neigen, dass doch diese schrecklichen Ereignisse des Krieges und der Kriegsfolgen irgendwann einmal vorbei sein müssten. In der Ackermanngemeinde, einem katholischen Laienverband verbindet die Enkelgeneration die Erinnerung an die Kriegsfolgen mit der Option für das Versöhnungsprojekt Europa.

St. Benno-Gymnasium, Raum 2.02

6. VERLORENE IDENTITÄT? – GESCHICHTE VON DDRBÜRGERN NACH DER WENDE IM ÖFFENTLICHEN DISKURS
mit Hubertus Staudacher, ehem. Direktor der katholischen Akademie Thüringen und Alois Wolf, ehem. Katholikenratsvorsitzender Bistum Erfurt; Moderation: Dr. Christoph Hantel, Lüdinghausen

Bürger der DDR hatten nach der Wende den Eindruck, dass ihr Leben und ihre Geschichte, ihr Können und ihre Erfahrungen vor der Wende nichts galten. War es das mangelnde Selbstbewusstsein der ehemaligen DDR-Bürger oder war es die Ignoranz derer, die sich nach der Wende durchgesetzt haben und das öffentliche Leben dominierten.

St. Benno-Gymnasium, Raum 2.04

7. GIBT ES VIRTUELLE IDENTITÄTEN?
mit Eva Dreier, studiert Kath. Theologie in Paderborn

Wer zu lange zu intensiv im Internet surft, verliert sich im virtuellen Raum. Es gehört zu den Eigentümlichkeiten der menschlichen Wahrnehmung, sich mit den wahrgenommenen Bildern identifizieren zu können – umso ähnlicher sie werden, desto größer ist die Gefahr, dass sich ein Mensch mit einem Bild verwechselt. War das schon in Zeiten von Film und Fernsehen so, scheint sich diese Gefahr in den virtuellen Welten zu steigern.

St. Benno-Gymnasium, Raum 2.03

8. DAS INTERNET ALS GEDÄCHTNISRAUM – WER VERFÜGT ÜBER MEIN ELEKTRONISCHES GEDÄCHTNIS?
mit Stebastian Vogel

Er wird online darüber aufklären, wo und in welchen Zusammenhängen große Internetkonzerne persönliche Daten abgreifen und mit dem Ziel der politischen Kontrolle (z.B. in China) oder der kommerziellen Nutzung (in der westlichen Welt) verwenden.

St. Benno-Gymnasium, Raum 2.09

9. WERTE IM SÄCHSISCHEN LANDTAG
mit Dr. Christopher Metz, Direktor des Sächsischen Landtags

Spurensuche, Beschreibung und Erörterung (nicht nur) anhand der Situation im Parlament eines „neuen“ Bundeslandes. Und welche Konsequenzen ziehen wir daraus? Christopher Metz wird seine eigene „Politikerfahrung“ einbringen und dabei tatsächliche oder gefühlte Werte in Parlamenten und bei Parlamentariern thematisieren bzw. hinterfragen. Er geht außerdem der Frage nach, was das Erstarken der AfD mit gelebten oder nicht gelebten Werten zu tun hat. Da Politik und Demokratie auch von den Bürgerinnen und Bürgern, also von uns selbst, gestaltet wird, gehen die Teilnehmenden den daraus resultierenden Konsequenzen nach.

Sächsischer Landtag, Bernhard-von-Lindenau-Platz 1, 01067 Dresden

10. SPEAKERS CORNER: WIE STEHT‘S UM DIE POLITISCHE IDENTITÄT DES ND?
mit Wolfgang Kramer, Ak Erneuerung der Kirche und Johannes Menze, Ak Gerechtigkeit & Globalisierung

„Have you changed the world today“, fragt die diesjährige Fastenaktion von Misereor. In Dresden lächelte Papst Franziskus von einem Baustellentransparent: „Mischt Euch ein!“ Zeit einmal zu Fragen, wie es um die politisches Identität des Verbandes bestellt ist. Im Bund stoßen unterschiedliche Traditionen eines politischen Verständnisses aufeinander. Debattieren wir über Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozesse und identifizieren politische Identitäten im ND.

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.04

11. GIBT ES NATIONALE IDENTITÄTEN?
mit Dr. Maike Behrensen, Münster

Bewegung, Heimatministerium, Deutsche Leitkultur – über den Begriff der nationalen Identität wird in Deutschland heftig gestritten. Dabei versuchen echte und rechtsextreme Bewegungen, ihn für sich zu vereinnahmen – während Politiker der demokratischen Parteien sich bemühen, ihn zurückzuerobern. Aber gibt es so etwas wie eine deutsche Identität überhaupt? Und wenn es sie gibt, sollte sie Einfluss auf die Politik haben braucht sie gar politischen Schutz?

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.18

12. KIRCHE IM STADTTEIL – WIE DER MISSIONARISCHE AUFBRUCH DER KIRCHE GESTALT GEWINNEN KANN
mit Gebhard Ruess, Mitgründer der Flüchtlingsinitiative „Willkommen im Hochland e.V.“

Ruess lebt im Nordosten Dresdens und schildert die Konflikte und Erfolge, die Niederlagen und die Hoffnungen der Initiativgruppe, in der Christen und Nichtchristen in einem Stadtteil Dresdens sich gemeinsam für Gerechtigkeit und Nächstenliebe einsetzen.

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.08

13. KIRCHE IN DER MINDERHEIT – FÜR VIELE EINE NEUE PERSPEKTIVE
mit Prof. Dr. Richard Hartmann

Lange Zeit waren wir gewohnt, uns als einflussreiche Volksund Mehrheitskirche in unserer Gesellschaft zu verstehen. Inzwischen haben wir als Christen die Mehrheit und die Meinungsführerschaft verloren. Was nun?

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.09

14. TECHNOKRATISCHES PARADIGMA TRIFFT BIBLISCHE BOTSCHAFT
mit Konrad Nagel-Strotmann, KAB-Bezirksvorsitzender Paderborn-Höxter

Bei einem kritischen Blick, was unsere Identität bestimmt, fällt ein technokratisches Paradigma auf. Papst Franziskus schreibt: „Das technokratische Paradigma ist nämlich heute so dominant geworden, dass es sehr schwierig ist, auf seine Mittel zu verzichten, und noch schwieriger, sie zu gebrauchen, ohne von ihrer Logik beherrscht zu werden.“ (LS 108) Wer kann sich heutzutage ein Leben ohne Computer, ohne Auto vorstellen? In biblischen Zeiten konnte davon natürlich keine Rede sein. Und doch setzt die Bibel andere Maßstäbe, was
unser Leben bestimmen sollte.

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.10

15. IDENTITÄT AUS GOTTESERFAHRUNG? GLAUBE ZWISCHEN MYSTIK UND ERINNERUNG
mit Johannes Sabel, Leiter des Katholischen Erwachsenenbildungswerkes in Bonn

Er ist skeptisch, wenn Menschen behaupten, Gott unmittelbar erfahren zu haben. Für ihn als Vertreter der neuen politischen Theologie ist der Glaube der Christen vermittelt durch Geschichte und Gesellschaft, deren Wahrheitsansprüche die Vernunft als berechtigt erweisen kann.

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.12

16. KLIMAWANDEL – ZWISCHEN KATASTROPHENÄNGSTEN & PERSÖNLICHEN KONSEQUENZEN GUTER KLIMAPOLITIK
mit Udo Mellentin, Geologe mit Schwerpunkt Klimaschutz, Bergbau und Folgeschäden

Die öffentlichen Diskussionen zum Klimawandel verlieren sich  allzu oft bei Fragen zu naturwissenschaftlichen Aspekten des menschlichen Anteils an der globalen Erwärmung, den technologischen und ökonomischen Aspekten der Umsetzbarkeit der Energiewende und des Kohleausstieges und der Begrenztheit politischer Möglichkeiten. Diese Themen verstellen die eigentliche Herausforderung: Im Kern fragt der Klimawandel unser Menschsein und unsere Humanität an. Unsere Wirtschaft bedroht und vernichtet schon heute die Existenz von Menschen in anderen Teilen der Welt. Die Natur wird immer rücksichtsloser ausgebeutet und zerstört. Die Lebensgrundlagen zukünftiger Generation sind nicht mehr gesichert. Wie gehen wir mit diesen Herausforderungen um, welche auch im „Bischofswort zum Klimawandel“ und in der Umweltenzyklika „Lautado Si“ seitens der kath. Amtskirche thematisiert werden? In welchen Zwängen sind wir selber gefangen und welche Wege kann jeder persönlich gehen? Was heißt die Herausforderung Klimawandel für unser Christ/Christin-Sein?

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.12

17. WAS UNS FEINSTAUB & RADIOAKTIVITÄT ÜBER VERGANGENHEIT & ZUKUNFT UNSERES LEBENSRAUMS VERRATEN
mit Dr. Gerd Weckwerth

Normalerweise denkt man bei Feinstaub und Radioaktivität eher an unsichtbare Bedrohungen. Weniger bekannt ist, dass beide Phänomene unser Leben mitaufgebaut haben und eine Art Gedächtnisträger darstellen. Sie erzählen und belegen zu großen Teilen, wie diese Erde und ihre Oberfläche, auf der wir leben, entstanden ist, selbst dann wenn alles scheinbar zu Staub zerfallen ist. Auch wir selbst und unsere Gedächtnisse werden einmal zum Staub zurückkehren. Hängt auch das, was diesen Staub in der Lebenszeit beseelt hat mit ihm zusammen? Steckt der menschliche Geist schon in der staubigen Materie?

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.16

18. Erinnerung an Walter Benjamin
mit Josef Becker

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.20

11:00 Uhr

Matinee

 

Zur Identität des ND: Das Kongressforum für den Entwicklungsprozess

mit der ND-Leitung

Den ND-Entwicklungsprozess holen wir mitten in das Kongressgeschehen und schaffen einen Freiraum für eure Anmerkungen, Anregungen und Fragen. In kleinen Impulsgruppen informieren wir über den aktuellen Stand bei den einzelnen Handlungsempfehlungen und Umsetzungsvorschlägen. Kommt ins Gespräch mit denjenigen, die die Transformation vorwärts bringen über unseren (Haupt-)Beitrag für eine humane Zukunft, verbindliche und nachhaltige Beziehungen jenseits der (Klein-)Familie und angesichts von Unübersichtlichkeit, Anonymität und Veränderungsdruck.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

 

Kongress-Kino: Arbeitskreis "Turm"

Ein Schlüsselroman für die letzten Jahre der DDR in Dresden ist Uwe Tellkamps „Der Turm. Geschichten aus einem versunkenen Land.“ Gerade die Verfilmung changiert zwischen den verschiedenen Milieus, sei es der bürgerliche Vorort Weißer Hirsch, das Gesundheitswesen, der Wehrdienst in der Nationale Volksarmee oder der Literaturkosmos. Im Zentrum steht die Arztfamilie Hoffmann. Wir analysieren den Film in drei Teilen.

St. Benno-Gymnasium, Raum 1.19

12:30 Uhr

Mittagessen

St. Benno-Gymnasium, Mensa (Raum E.13)

13:30 Uhr

Orchesterprobe

mit Dr. Hans-Wolfgang Schneider

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.03

13:30 Uhr

Chorprobe

mit Kathrin Hantel

St. Benno-Gymnasium, Musikraum (1.02)

13:30 Uhr

Kaffeeklatsch für alte und junge, aktive und sympathisierende KSJ´lerinnen

Was macht eigentlich die KSJ? Letztens auf der Bundeskonferenz haben die KSJ’lerInnen ein neues Profil verabschiedet. Ist die Plattform damit außer Kraft gesetzt? Wie lebt und arbeitet es sich im Souterrain in der Gabelsberger Straße 19? All dies und alles weitere fragen wir am besten den KSJ-Bundesleiter bei ein/zwei/drei Tässchen fair gehandelten Kaffees.

St. Benno-Gymnasium, PapperlaPub, Foyer 1. OG

13:30 Uhr

Vorbereitung des Abschlussgottesdienstes

mit dem Geistlichen Team

„Macht Zukunft miteinander“ ist die Devise des Abschlussgottesdienstes am Samstag. Natürlich kannst du ihn erst während der Osterwoche vorbereiten, denn das Kongressgeschehen wird mit einfließen. Wer interessiert ist, den Gottesdienstes mitzugestalten, lädt das Geistliche Team herzlich zum Mitmachen ein.

St. Benno-Gymnasium, Raum 3.02

14:45 Uhr

Start Kinder- und Jugendprogramm

mit den KiJu-Teamern um Ulrike Steinle und Tobias Berger

Nachmittags laufen die Programme von 14:45 Uhr bis 17:45 Uhr.

St. Benno-Gymnasium, Räume 2.10 – 2.19

15:00 Uhr

Identität überindividuell und sozial - Heimat

 

Was heute fehlt, wird morgen wichtig sein… Politische Theologie in Sachsen?

mit Pfr. Norbert Mothes, Mentor für Studierende der Kath. Religion / Internetseelsorger im Bistum Dresden-Meißen; Inga Schütte, studiert Philosophie, Katholische Theologie und Germanistik an der TU in Dresden; Dr. Johannes Sabel, Leiter des Kath. Erwachsenenbildungswerkes in Bonn

Menschen sind auf der Suche. Wie können wir die Suchbewegungen unserer Zeitgenossen beschreiben? An welche Suchbewegungen kann die Hoffnung der Christen anknüpfen? Wie kann der Glaube diese Suchbewegungen fördern, begleiten und möglicherweise neu orientieren? Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang die theologische Reflexion? Pfarrer Norbert Mothes engagiert sich im Auftrag des Bischofs für die Internetseelsorge im Bistum Dresden-Meißen. Inga Schütte interessiert sich u.a. für (post-)moderne Philosophie und politische Theologie. Dr. Johannes Sabel fragt nach der Bedeutung der christlichen Hoffnung im gegenwärtigen gesellschaftlichen Wandel und der Neuformatierung der Welt- und Selbstbeziehungen der Menschen.

St. Benno-Gymnasium, Kleiner Saal (Raum 1.01)

 

Christen und der Rechtspopulismus

mit Gebhard Ruess, Vorsitzender der Initiative Christen für Europa / Mitgründer der Flüchtlingsinitiative „Willkommen im Hochland“; Josef Becker, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Christliche Sozialwissenschaften, Uni Münster Dr. Maren Behrensen, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Christliche Sozialwissenschaften, Uni Münster; Moderation: Klaus Prömpers

Die Parteienlandschaft ist in Bewegung geraten. Vor allem an der Flüchtlingsfrage entzünden sich die Auseinandersetzungen. Für Christen scheint es eindeutig zu sein, auf welcher Seite sie stehen. Tatsächlich engagieren sich unzählige Gruppen und Initiativen für die Solidarität mit Flüchtlingen und Menschen in Not und Verfolgung. Anderseits scheint die konservative Grundhaltung der AfD z.B. in der Frage der Abtreibung und der Rettung des Abendlandes gegen die islamische Überfremdung dem Lebensgefühl mancher Katholiken nahe zu stehen.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

 

Verordnete Erinnerung? Zur Theorie des kollektiven Gedächtnisses

mit Ulrich Gorki, Bergisch-Gladbach, Theologe, Philosoph und Lehrer

Erinnerung und kollektives Gedächtnis sind ein Megathema geworden – in Gesellschaft, Politik und Wissenschaft. Ausgehend von der Erinnerung an den Holocaust ist das Thema Erinnerung in das Zentrum geschichtspolitischer Debatten gerückt. Parallel dazu hat die „Erinnerungs- und Gedächtnisforschung … über die letzten drei Jahrzehnte eine beispiellose Konjunktur erlebt“ (H. Welzer). Dennoch bleiben grundlegende Fragen offen: Gibt es ein Gebot sich zu erinnern? Worauf bezieht es sich? Wodurch ist es begründet?

St. Benno-Gymnasium, Aula (Raum 1.05)

 

 

Ausstellung auf dem Neumarkt

mit Dr. Jörg Lüer, Maximilian-Kolbe-Stiftung
In Kooperation mit der Maximilian-Kolbe-Stiftung und der Stadt Dresden.

Letzte Chance, von Jörg Lüer persönlich durch die Mobile Ausstellung geführt zu werden. Wie steht es um den Versöhnungsprozess mit unserem östlichen Nachbarn Polen? Dies reflektiert die mobile Ausstellung der Maximilian-Kolbe-Stiftung auf dem Neumarkt vor der Frauenkirche. Anlass und Ausgangspunkt ist der Briefwechsel der polnischen und der deutschen Bischöfe 1963 gewesen.

Neumarkt vor der Frauenkirche, Neumarkt, 01067 Dresden

17:00 Uhr

Podiumsdiskussion: Heimatlos zu Hause? Zum sozialen Preis gesellschaftlicher Revolutionen

mit Stanislaw Tillich, bis 2017 Ministerpräsident des Freistaates Sachsen; Dr. Gregor Buß, Postdoktorand a. d. Hebr. Uni Jerusalem; Moderation: Dr. Peter Frey, Chefredakteur des ZDF
In Kooperation mit der Katholischen Akademie Dresden.

Egal, ob Ehe, Euro oder Energie: Unsere Verhältnisse sind in Bewegung geraten, gesellschaftliche Veränderungen nehmen an Geschwindigkeit zu. Von den einen wird das als Gewinn an Lebensmöglichkeiten gefeiert, die anderen fühlen sich nicht mitgenommen und leiden unter den sozialen und psychischen Folgekosten. Wachsende Mobilitätszumutungen, die Fragmentierung der Gesellschaft in eine Vielzahl sozialer und kultureller Milieus und eine grenzenvernichtende Globalisierung verstärken dies. Vielfach zerbrechen dadurch die Gefühle von Zugehörigkeit und Vertrautheit. Stattdessen bahnen sich weltweit Wege, den desaströsen Wirkungen des beschleunigten Wandels zu entkommen oder die entstandene Lücke zwischen empfundener Heimatlosigkeit und der eigenen Sehnsucht nach Heimat zu schließen. Doch was zeichnet Heimat aus und wer definiert sie? Muss die Rede von der Heimat vor Ausgrenzung und Abschottung bewahrt werden? Ist der Patriotismus die passende Antwort, um auf die gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren? Wie können Menschen Heimat finden, ohne sich mit dem
Schein einer unwirklichen Idylle zufrieden zu geben?

Haus der Kathedrale, Schloßstr. 24, Eingang Kanzleigäßchen

17:00 Uhr

Jugendgottesdienst

mit AK JugeND

St. Paulus, Bernhardtstr. 42 13, 01187 Dresden

18:30 Uhr

Abendessen

St. Benno-Gymnasium, Mensa (Raum E.13)

20:00 Uhr

Öffentliche Foren: Identität und Macht

 

Die Zeit heilt alle Wunden ... wirklich alle? Über Verdrängung und Traumatisierung

muss leider entfallen

mit Dr. Friedemann Ficker, Chefarzt a.D. aus Dresden; Dr. Christina Kumpmann, Psychiatrie- und
Behindertenseelsorge im Bistum Aachen; Moderatorin: Mechtild Gatter, Diözesancaritasverband Dresden

In Kooperation mit dem Diözesancaritasverband des Bistums Dresden-Meißen und der Katholischen Akademie.
Zur Würde des Menschen gehört seine Verletzlichkeit. Eine Herausforderung für ein gelingendes Leben ist der Umgang mit eigenem Leid und gegebenenfalls die Annahme von Hilfe zur Heilung. Es gibt die Tendenz, erlittene Beschädigungen medikamentös zu beseitigen. Weil in einem staatlich verordneten materialistischen Menschenbild die Frage nach Heilung jenseits medikamentöser Behandlung nur einen randständigen Platz einnimmt, engagiert sich in Dresden der Caritasverband bewusst für eine psychologische und psychotherapeutische Klinik. Hier werden alternative Räume geschaffen, in denen individuelle Leiden zur Sprache kommen können, ohne erlittene Verletzungen der Privatheit zu entziehen. Stellt dieser Kontrapunkt einen Gradmesser für die Humanität einer Gesellschaft dar? Wer garantiert die Qualität der Betreuung? Welche Bedeutung hat es für die Gesellschaft, wenn
individuelle Lebensgeschichten ernst genommen werden und Beistand erfahren?

St. Joseph-Stift, Wintergartenstraße 15/17, 01307 Dresden

 

Gibt es in Deutschland eine Leitkultur?

mit Dr. Matthias Rößler, Präsident des Sächsischen Landtages; Ludwig Hecke, ehemaliger Staatssekretär im Ministerium für Schule und Weiterbildung in NRW Moderation: Antje Hermenau
In Kooperation mit der Katholischen Akademie Dresden.

Seit einigen Jahren wird die Frage nach einer Leitkultur in Deutschland heftig diskutiert. Vor allem die Zuwanderung von Menschen aus anderen kulturellen und religiösen Kontexten scheint diese Frage dringlich werden zu lassen: Wer sind wir, die wir schon länger in diesem Land leben? „Unübersichtlichkeit“ kennzeichnet das Lebensgefühl vieler Menschen (Habermas). Den privaten „Steuerungsverlust“ soll der Staat kompensieren. Gibt es einen kulturellen Rahmen, der den Menschen Halt und Orientierung in Zeiten wachsender Unübersichtlichkeit geben kann? Wer formuliert, was in unserer Gesellschaft selbstverständlich ist und vor allem, wer setzt eine Leitkultur durch, wenn bisherige Selbstverständlichkeiten ins Rutschen geraten? Die Politiker, zivilgesellschaftliche Organisationen, die Kirchen…? Wie verbindlich können kulturelle Standards sein? Oder lässt sich jenseits der deutschen Sprache so gut wie nichts aussagen – wie Kritiker der Forderung nach einer Leitkultur sagen?

Haus der Kathedrale, Schloßstr. 24, Eingang Kanzleigäßchen

 

Virtuelle Identität und das wirkliche Leben

mit Sebastian Vogel, Bereich der Ermittlungsunterstützung für die Polizei des Landes Schleswig-Holstein; Eva Dreier, studiert Katholische Theologie in Paderborn; Moderation: Dr. Cordula Mock-Knoblauch

Die Zahl der Internet-Posts voller Wut und Hass steigt. Politisch Verantwortliche und Minderheiten werden aufs Übelste beschimpft bis hin zu Todesdrohungen. Unter Jugendlichen grassiert Cybermobbing. Junge Frauen und Mädchen wechseln die Schule, weil sie von ihren Mitschülern erniedrigt und entwürdigt werden.
Und im realen Leben? Urheber von Hass-Postings und Wut-Tweets reagieren überrascht, wenn sie zur Rede gestellt werden. Manchen fehlt das Gespür für negative Wirkungen ihrer Äußerungen, weil für sie das Hassobjekt unsichtbar gewesen ist. Ihre Gefühlsausbrüche erscheinen ihnen als bloße Phantasien, die in den leeren virtuellen Raum gehen. Was passiert, wenn digital generierte Virtualität auf gesellschaftliche Realität trifft? Mit einem „Cybercop“ und einer Informatikstudentin debattieren wir, wie wir den Aufschlag virtueller Konstrukte auf die raumzeitliche Realität möglichst sozialverträglich und menschenfreundlich gestalten können.

St. Benno-Gymnasium, Aula (Raum 1.05)

22:00 Uhr

Nachtgebet

muss leider entfallen

mit dem Geistlichen Team

Sollen wir nicht wieder eine Liturgische Nacht machen? Diese Frage weckt viele junggebliebene Erinnerungen an eine ganz besonders intensive Form, Glauben zu leben und Leben zu glauben. In den Spannungsbögen Botschaft & Symbol, Kontemplation & Aktion, Politik & Mystik. Wer Interesse hat, die „LiNa“ mit zu gestalten, maile unverzüglich André: remmert-klinken@nd-netz.de

St. Benno-Gymnasium, Kapelle (Raum E.05

 

Donnerstag, 5. April 2018

Zuversicht

8:30 Uhr

Morgenlob

mit Johanna Berkau und dem AK Christliches Leben

St. Benno-Gymnasium, Kapelle (Raum E.05)

8:45 Uhr

Start Kinder- und Jugendprogramm

mit den KiJu-Teamern

Dienstags bis freitags beginnen die Aktivitäten um 8:45 Uhr und enden um 12:15 Uhr. Nachmittags laufen die Programme von 14:45 Uhr bis 17:45 Uhr.

St. Benno-Gymnasium, Räume 2.10 – 2.19

9:00 Uhr

Workshops zum Thema Zuversicht

 

Zukunft der Mobilität - Chancen und Gefahren

mit Prof. Dr. Udo Becker, Leiter des Lehrstuhls für Verkehrsökologie an der Technischen Universität Dresden; Moderation: Sven Neumann, Wuppertal In Kooperation mit der Evangelischen Studentengemeinde Dresden.

Dresden ist ein Technologiestandort ersten Ranges. Vor allem der Vereinbarkeit hoher Mobilität mit ökologischen Herausforderungen und Grenzen des Wachstums gilt die Forschung des Lehrstuhls für Verkehrsökologie an der Technischen Universität Dresden. Über die dort entwickelten Szenarien zukünftiger Verkehrsgestaltung wird informiert. Fragen werden dabei u.a. sein: Wie wird der Verkehr in Zukunft gestaltet? Wie ermöglichen wir nachhaltige Mobilität? Welchen Chancen und Grenzen stehen wir dadurch gegenüber? Bringt Euch mit Euren Zukunftsvisionen ein, um miteinander zu gestalten! Diese und weitere Fragen werden im Workshop diskutiert.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

 

Herausforderungen der Postwachstumsgesellschaft

mit Dr. Markus Grimm, Leiter der Wirtschaftlergilde und Politikwissenschaftler; Dr. Bartosz Bartkowski, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig

Hat sauberes Wasser einen Wert? Tragen Autohersteller Verantwortung für saubere Luft? Wer darf Naturressourcen verbrauchen? Und wie viel von welchen Ressourcen? Zu diesen Fragen gibt es viele Vorschläge und Meinungen, Erwartungen und Pläne, die wir im Workshop diskutieren wollen. Eine mögliche Hilfestellung bietet die Theorie des „Degrowth“, die eine Gesellschaft ohne Wachstum skizziert. Über sie wollen wir im Workshop durchdenken: Können wir uns wirtschaften ohne Wachstum vorstellen? Was „wächst“ da überhaupt (oder was messen und bewerten wir als Wachstum)? Während für viele Ökonomen die ökologischen Folgen keine relevanten, da nicht monetär darstellbaren Größen sind, gilt vielen Ökologen jegliche (industrielle) Produktion als Übel. Zwischen diesen beiden radikalen Positionen hat sich mit der „ökologischen Ökonomie“ ein interdisziplinäres Forschungsfeld entwickelt, das vermitteln kann. Im Workshop werden zunächst von Dr. Bartosz Bartkowski die ökologische Ökonomie und die Antworten des Konzepts einer Postwachstumsgesellschaft erläutert. Auf dieser Basis werden wir, ergänzt um kurze Statements aus unterschiedlichen Sichtweisen, gemeinsam nach der Zuversicht in der ökonomischen und ökologischen Zukunft suchen.

St. Benno-Gymnasium, Aula (Raum 1.05)

 

Politische Bildungsarbeit der KSJ

mit Ozan Ardicoglu, KSJ-Bundesleiter

Von jeher versteht sich die KSJ als politischer Verband. Die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen und damit politischen Themen bildet für uns KSJ’lerInnen einen zentralen Punkt unserer Arbeit. Politischer Bildung kommt dabei eine ganz besondere Bedeutung zu. Anhand von Beispielen wie der jährlichen Europa-Akademie werden wir im Workshop diskutieren, warum politische Bildung für einen Jugendverband ein Thema ist und welche Formen sie annehmen und wie politische Bildung zukünftig aussehen kann. Politische Lernerfahrungen nicht ausgeschlossen.

St. Benno-Gymnasium, Kleiner Saal (Raum 1.01)

11:00 Uhr

Matinee

 

Musikalische Unterbrechung: Jazz

Ort: St. Benno-Gymnasium

 

Jugendforum - Erinnerung macht Zukunft

mit dem AK JugeND

Wir erinnern uns gemeinsam an die letzten Jahre. Ein Teil der Jugend im ND hat sich im AK JugeND zusammengefunden, und jetzt? Wir fordern euch auf: Macht Zukunft, ansonsten haben wir keine. Was sind eure Ideen? In der ersten halben Stunde sind alle eingeladen um die Unklarheiten aus der Welt zu räumen; danach wollen wir (alle 13 - 25-Jährigen) schauen, wie es für unsere Generation weitergeht.

St. Benno-Gymnasium, Kleiner Saal (Raum 1.01)

 

Die letzten Christen - Flucht und Vertreibung aus dem Nahen Osten

Lesung mit Andreas Knapp

Nach drei Jahren Bauzeit ist es so weit: Die neue armenische Kirche in Mossul steht kurz vor der Einweihung. Doch Architekt Ziyad Hani muss miterleben, wie das kunstvoll entworfene Haus Gottes von islamischen Extremisten in die Luft gesprengt wird. Der Schmerz darüber steht dem inzwischen in Deutschland lebenden Christen noch immer ins Gesicht geschrieben. Der IS wütet im Nahen Osten, zerstört gezielt die Wiege des christlichen Abendlandes und damit unsere kulturellen Wurzeln. Andreas Knapp hat sich auf Spurensuche
begeben und Flüchtlingslager im Norden des Irak besucht. Hier leben noch Christen, die bis heute die Sprache sprechen, die auch Jesus sprach: Aramäisch. Ihre erschütternden Augenzeugenberichte helfen uns zu verstehen, warum die Menschen aus dem Nahen Osten zu uns fliehen.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

 

Kongress-Kino: Arbeitskreis "Turm"

Die Fortsetzung von Mittwoch: das Mittelstück. Die Szenerie wechselt: Von der Schulbank muss Christian zum Militärdienst einrücken. Die Methoden des repressiven Systems ändern sich, der Freiheitsdrang wird stärker. Das familiäre Drama nimmt seinen Lauf.

St. Benno-Gymnasium, Raum 1.19

 

Arbeitskreis Erneuerung der Kirche

mit Wolfgang Kramer

Der Arbeitskreis Erneuerung der Kirche trifft sich auch auf dem Kongress in Dresden, um über die Schwerpunkte der eigenen Arbeit sowie über die Zukunft des Arbeitskreises zu sprechen.

St. Benno-Gymnasium, Raum 1.17

12:30 Uhr

Mittagessen

St. Benno-Gymnasium, Mensa (Raum E.13)

13:30 Uhr

Orchesterproboe

mit Dr. Hans-Wolfgang Schneider

St. Benno-Gymnasium, (Raum 3.03)

 

13:30 Uhr

Chorproboe

mit Kathrin Hantel

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

14:45 Uhr

Start Kinder- und Jugendprogramm

mit den KiJu-Teamern um Ulrike Steinle und Tobias Berger

Nachmittags laufen die Programme von 14:45 Uhr bis 17:45 Uhr.

St. Benno-Gymnasium, Räume 2.10 – 2.19

15:00 Uhr

Foren zum Thema Zuversicht

 

Hoffnung und Sehnsucht in abrahamitischen Religionen

mit Osman Örs, Imam im „House of One”, Berlin; Alexander Nachama, Rabbiner von Dresden; Hubertus Staudacher, Beauftragter des Bistums Erfurt für den interreligiösen Dialog; Moderation: Cosima Jagow-Duda
 
Der Glaube an den einen Gott ist das gemeinsame Fundament von Judentum, Christentum und Islam. Das konnte nicht verhindern, dass bis in die Gegenwart tiefe Feindschaften zwischen den abrahamitischen Religionen zum Ausbruch kamen. Kann heute die Besinnung auf den einen Gott zu einem friedlichen Miteinander der Religionen verhelfen, die sich auf je eigene Weise auf die Gotteserfahrung des Stammvaters Abraham berufen? Müssen Moslems, Juden und Christen frommer werden, um Gerechtigkeit und Solidarität in der Gesellschaft zu verwirklichen? Oder müssen sie ihre Hoffnung und Sehnsucht nach Gott auf die private innerliche Existenz beschränken, damit die Bürger friedlich zusammenleben können. Denn seit der Aufklärung steht der Monotheismus im Verdacht, zur gewalttätigen Durchsetzung von Dominanzansprüchen zu motivieren.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)
 

Puppentheater: Die sagenhafte Alte Straße

mit Uta Davids, Puppenspielerin und Märchenerzählerin

Die alte Königsstraße – via regia – zieht sich quer durch Deutschland und Europa. Madame Rosa und ihr Reisebegleiter, ein Fuchs, begeben sich auf die 4500 km lange Reise von Kiew nach Santiago de Compostela. Es werden Geschichten aus der Ukraine, Polen, Deutschland, Frankreich und Spanien aufgegriffen und in Szene gesetzt. Gespielt wird aus dem Stegreif, mit Puppen, Masken und Objekten, um dem Geheimnis dieser Straße quer durch Europa auf die Spur zu kommen: Was eint Europa? Ein unterhaltsamer, charmanter, witziger und bildender Reisebericht für Jung und Alt.

St. Benno-Gymnasium, Aula (Raum 1.05)

 

Das Verhältnis zu den Fremden ist Gradmesser der Christlichkeit einer Gesellschaft

mit der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Leipzig; Moderation: Mechtild Gatter, Dresden

Die Ökumenische Flüchtlingshilfe Leipzig engagiert sich in der Beratung und Unterstützung von Kirchgemeinden,
damit diese eigenverantwortlich Projekte sowie Angebote für Flüchtlinge in Leipzig und Umgebung realisieren können, etwa Umzugshilfen, Nachhilfeunterricht, Kinderbetreuung und soziale Unterstützung. Dies konkretisiert sich neben der Schulung von Ehrenamtlichen und Freiwilligen auch in der Vernetzung von Angeboten und Projekten.

St. Benno-Gymnasium, Kleiner Saal (Raum 1.01)

17.00 Uhr

Das Ende der Kriegslogik

Zur beispielhaften Friedensarbeit von Sant´Egidio

mit Susanne Bühl, Sant’Egidio Deutschland; Frank Richter, Geschäftsführer Stiftung Frauenkirche; Eröffnung: Dr. Claudia Lücking-Michel

In Kooperation mit der Stiftung Frauenkirche und der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen. Dass die Logik des Krieges zu durchbrechen ist, zeigt nicht nur die Frauenkirche, sondern auch das Wirken der Gemeinschaft Sant’Egidio. Als 1968 der Student Andrea Riccardo im römischen Stadtteil Trastevere die Gemeinschaft gründete, kümmerte sich diese um die Armen im Viertel. Inzwischen ist sie eine weltweite Initiative einfacher Bürger und Christen. Wenn durch die Vermittlung von Sant’Egidio Bürgerkriege in Mosambik, Kolumbien oder der Zentralafrikanischen Republik enden oder humane Korridore für Flüchtlinge ermöglicht werden, wird die Gemeinschaft zum Ort diskreter kirchlicher Diplomatie. Wenn sie mit ihren Weltfriedenstreffen jährlich die Religionen der Welt an einen Tisch bringt und den „Walk of peace“ in Berlin organisiert, wird sie öffentlich zum Anwalt der globalen Verständigung. Doch wie gelingt es der Gemeinschaft, den „Ohnmachtskult“ zu überwinden, sich gegen Gewalt und Egoismus zu stellen und die Logik des Krieges zu überwinden? Welche Bedeutung hat die Sehnsucht nach einem friedlichen Zusammenleben aller Menschen für unsere Zukunft?

Dresdner Frauenkirche, Neumarkt, 01067 Dresden

17.00 Uhr

Kindergottesdienst

mit Willi Stroband

St. Benno-Gymnasium, Aula (Raum 1.05)

18.00 Uhr

Ökumenisches Friedensgebet

mit Pfr. Holger Treutmann, Senderbeauftragter der Evangelischen Kirchen beim MDR
 
Dresdner Frauenkirche, Neumarkt, 01067 Dresden

18:30 Uhr

Abendessen

St. Benno-Gymnasium, Mensa (Raum E.13)

20:00 Uhr

Öffentliche Foren: Zuversicht und Hoffnung

 

Nächstenliebe kennt keine Obergrenze

mit Prof. Dr. Werner Patzelt, lehrt Politikwissenschaft an der TU Dresden; Prof. Dr. Bernhard Laux, lehrt Christliche Sozialethik an der Uni Regensburg; Moderator: Dr. Markus Grimm
In Kooperation mit der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen.

Manche wollen sie, für andere ist die Obergrenze Höhepunkt der Abschottung. Selbst Christen haben darin keine einheitliche Position. Manche deuten angesichts der aktuellen Flüchtlingsdebatte Joachim Gaucks Ausspruch „Unser Herz ist weit. Aber unsere Möglichkeiten sind endlich.“ als Bestätigung für eine gesellschaftliche Überforderung. Andere folgen den Vorsitzenden der beiden Kirchen, die in der Obergrenze einen Verstoß gegen die Humanität sehen.
Doch welche Bedeutung hat die universalistische Moral des Christentums in der Debatte und wo stößt sie angesichts endlicher Ressourcen in der Politik an ihre Grenze? Stellt eine unbedingt verpflichtende Nächstenliebe für die Bevölkerung eine Überforderung dar, die eine ethnische, ethische, kulturelle oder nationale Begrenzung braucht? Und ist Nächstenliebe ein Gebot, das moderne und hochkomplexe Gesellschaften an Caritas und Diakonie ausgliedern müssen, um sich selbst vor Überforderung zu schützen? Oder hat die Nächstenliebe, weil sie doch ein göttliches Gebot ist, Bedeutung für politisches Handeln? Wie könnte diese Bedeutung verstanden werden?

Haus der Kathedrale, Schloßstr. 24, Eingang Kanzleigäßchen

 

Zuversicht ohne Gott?

mit Prof. Dr. Eberhard Tiefensee, Erfurt; Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz, Dresden; Dr. Elisabeth Neuhaus, Hauptabteilungsleiterin Pastoral und Verkündigung des Bistums Dresden-Meißen; Moderation: Prof. Dr. Richard Hartmann, Fulda
In Kooperation mit der Stiftung Frauenkirche und der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen.

Die Form der Religiosität verändert sich: Ihre institutionelle, kirchliche Gestalt verliert seit Jahrzehnten an Bedeutung für den individuellen Menschen und damit auch für die Gesellschaft. Indem soziale Zwänge entfallen, wird der Glaube viel mehr zur Entscheidung des Einzelnen. Wenn aber die Religion nicht mehr über das Potenzial verfügt, Sinnfragen des postmodernen Menschen zu beantworten, entsteht die Frage nach Alternativen. Andererseits stellt sich Christen die Frage, ob ihre verantwortete Hoffnung auf ein gutes Ende der Geschichte noch die passende Antwort auf jene Zukunftserwartungen ist, die ohne Gott auskommen wollen. Welche Deutungsmöglichkeit der Situation der Zeit bietet die natürliche Sehnsucht, die einen Schlüsselbegriff christlicher Anthropologie darstellt? Gibt es eine gemeinsame Praxis von Menschen, die ihre Zuversicht aus dem Glauben an Gott schöpfen und jenen, die andere Quellen dafür namhaft machen? Wie werden sich die Kirchen angesichts dieser Herausforderungen verändern?  

Dresdner Frauenkirche (Unterkirche), Neumarkt, 01067 Dresden

 

Befreiung zur Zukunft und Erinnerung

mit Prof. Dr. Knut Wenzel, Frankfurt a. Main; Dr. Joachim Klose, Dresden; Moderation: Dr. Ulrike Irrgang, Münster
In Kooperation mit der Konrad Adenauer Stiftung (KAS) und der Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen.

Für viele Menschen ist es plausibel, dass nur der in die Zukunft schauen kann, der seinen Blick von der Vergangenheit abwendet. Zukunftsfähigkeit scheint die Loslösung von den Fesseln der Tradition vorauszusetzen. Als Folge eines so verstandenen Begriffs der Geschichte als linearem Fortschritt hat sich gezeigt, dass die Erinnerung an die Vergangenheit missbraucht wird. Zugleich wird das zukünftige Glück der kommenden Generationen zu einem technischen Projekt depotenziert. Der christliche Glaube sieht dagegen eine unauflösliche Verbindung von Zukunft und Vergangenheit. Die Überwindung von Mangel und Not, von Unfriede und Hass gewinnt ihren weitest möglichen Horizont in der Erinnerung an die geschichtliche Befreiungstat Gottes. Sie ist in Kreuz und Auferstehung Jesu geschehen. Der Glaube vertraut darauf, dass unabgegoltene Hoffnungspotenziale vergangener Generationen auch für unsere Gegenwart bedeutsam und wirksam sind. Deswegen erwarten Glaubende von der Zukunft mehr als nur eine Verlängerung der Gegenwart mit technischen Mitteln. Welche Praxis entspricht der aus dem Glauben gewonnenen Zuversicht? Erhält die Kirche daraus die Legitimation, sich einer Instrumentalisierung  der Geschichte für eine menschenverachtende Politik entgegen zu stellen? Und wie kann man sich erinnern, wenn eine Gesellschaft nicht aus dem Glauben ihre Hoffnung nimmt?

Stadtmuseum Dresden, Wilsdruffer Str. 2, 01067 Dresden

 

Alle reden über das Wetter, wir vom Klima

Herausforderungen zu klimagerechter Politik

mit Wilfried Wunden, Referent für Fairen Handel bei Misereor; Dr. Peter Otto, Leiter Standortentwicklung der BASF Schwarzheide GmbH; Hans Jürgen Schlegel, Umweltexperte, Döbeln; Moderation: Klaus Prömpers, Wien

In Kooperation mit dem Haus der Kirche, Dreikönigskirche u. d. Katholischen Akademie des Bistums Dresden-Meißen. Egal, ob Köln, Dresden oder Houston, Umweltkatastrophen wie Jahrhunderthochwasser und Orkane scheinen in immer kürzeren Abständen erhebliche Schäden zu verursachen. In anderen Ländern verhindern Dürren und Trockenheit eine produktive Landwirtschaft und zerstören bisherige Lebensräume. In der Analyse der Ursachen sind seit der Aufkündigung des Pariser Klimaabkommens durch die USA neue Positionen zu vernehmen. Zunehmend werden die Unwetter nicht als Indikatoren eines vom Menschen verantworteten Klimawandels verstanden. Handelt es sich lediglich um einen natürlichen Wechsel von warmen und kalten Klimaperioden oder ist er durch menschliches Handeln verursacht – und deswegen auch durch Menschen vermeidbar? Welchen ökologischen Preis ist die Gesellschaft zugunsten wirtschaftlicher Stabilität bereit zu zahlen? Kann es gelingen, wirtschaftliche Interessen mit den Klimazielen zu vereinbaren? Und wie verändert sich angesichts internationaler Verantwortung das individuelle Leben?

Dreikönigskirche, Hauptstr. 23, 01097 Dresden

22:00 Uhr

Nachtgebet

St. Benno-Gymnasium, Kapelle (Raum E.05)

 

Freitag, 6. April 2018

Praxis

 

8:30 Uhr

Morgengebet

mit Heinrich Jessing (Korrektur zum gedruckten Programmheft)

St. Benno-Gymnasium, Kapelle (Raum E.05)

8:30 Uhr

Start Kinder- und Jugendprogramm

mit den KiJu-Teamern

Dienstags bis freitags beginnen die Aktivitäten um 8:45 Uhr und enden um 12:15 Uhr. Nachmittags starten die Exkursionen für KiJu um 14:00 Uhr.

Ort: verschiedene Klassenräume

9:00 Uhr

Versöhnung und Freiheit - Perspektiven für Europa?

mit Prof. Dr. Helmut Renöckl, Österreich; Dr. Jiří Stejskal, Tschechien; Stephan Erb, Deutsch-polnisches Jugendwerk, Potsdam; Dr. Jan Heinzl, Direktor Kloster Haindorf/Hejnice,Tschechien; Georg Salditt, Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal/Ostritz; Moderation: Matthias Dörr, Bundesgeschäftsführer der Ackermanngemeinde, München

Die Zukunft unseres Landes zu gestalten ist nur möglich im Eingedenken der jüngsten deutschen Geschichte und in Frieden und Gemeinschaft mit den Gesellschaften Europas. In der Podiumsdiskussion soll deutlich werden, dass wir Christen aus verschiedenen Kulturen und Nationen uns gemeinsam für das Versöhnungsprojekt Europa einsetzen, gerade weil wir uns der Erinnerung an das geschehene Unrecht stellen und aus der Hoffnung für die Toten leben. An der Diskussion werden Politiker und Theologen aus Ungarn, Tschechien und Österreich teilnehmen. Gemeinsam ist ihnen ihr Engagement für die Einigung Europas in der Bildungsarbeit, in der Caritas, durch die Gründung von grenzüberschreitenden Vereinigungen oder in der Politik. Im Fokus der Veranstaltung stehen die Gemeinsamkeiten derer, die sich in unterschiedlichen kulturellen Kontexten für Frieden und grenzüberschreitende Versöhnung einsetzen.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

11:00 Uhr

Matinee

 

Kongress-Kino: Arbeitskreis "Turm"

Langsam zeigt sich an Close-ups, wie brüchig das System geworden
ist und welche Auswirkungen dies auf die Menschen hat.

St. Benno-Gymnasium, Raum 1.19

 

Workshop - sorbische Ostereiermalerei

mit Dorothea Schulze

Ausblasen und Anmalen? Wachsreservieren, Kratzen, Ätzen, Bossieren machen Sorbische Ostereier unvergleichlich schön. Passend zur Osterwoche erläutert die Künstlerin die 4 Techniken.

St. Benno-Gymnasium, PapperlaPub, Foyer 1. OG

 

Treffen AK GErechtigkeit & Globalisierung

mit Dr. Matthias Ermert und Johanns Menze

Wir stellen unsere Aktivitäten für das laufende Jahr vor. Neben dem Resümee des Ak-Treffens in Stuttgart präsentieren wir die Kampagne „Nachhaltigen Mehrwertsteuer“ von TransFair und überlegen, ob der ND sich daran beteiligen soll. Last, but not least geht es um das Handlungsziel 8 im Entwicklungsprozess des ND: Definition der Arbeitskreise.

St. Benno-Gymnasium, Raum 1.17

12:30 Uhr

Mittagessen

St. Benno-Gymnasium, Raum 1.17

 

14:00 Uhr

Start Kinder- und Jugendprogramm

mit den KiJu-Teamern

Am Freitag-Nachmittag laufen die Programme von 14:00–17:00 Uhr.

St. Benno-Gymnasium, Räume 2.10 – 2.19

14:00 Uhr

Exkursionen in Dresden und Bautzen

Erkundungen sind für max. 25 Personen gedacht, bis auf die Straßenbahnfahrt und Bautzen mit je 50 Personen. Die Verteilung läuft nach der Methode „wer zu-erst kommt, mahlt zuerst“. Anmeldungen bitte über diese Unterseite oder über die Geschäftsstelle Köln. Am Kongressbüro liegen Wegskizzen zum Treffpunkt und weitere Informationen zu den Exkursionsorten bereit.

Weitere Informtionen finden Sie unter Exkursionen.

EX 01 Stadtrundgang
EX 02 Besuch des Landtages
EX 03 Gläserne Manufaktur
EX 04 Ökumenisches Informationszentrum
EX 05 Hygienemuseum
EX 06 Militärhistorisches Museum
EX 07 Residensschloss/ Grünes Gewölbe
EX 08 Gemäldegalerie Alte Meister
EX 09 Fahrt mit der ND-Straßenbahn
EX 10 Frauenkirche
EX 11 Hofkirche
EX 12 Bautzen Simultandom
EX 13 Bautzen Stasigedenkstätte

14:00 Uhr

ND-Frühlingsrat

mit der ND-Leitung

Zweimal jährlich treffen sich die Verantwortlichen aus Regionen, Arbeitskreisen und Veranstaltungen mit der Leitung, um verbandspolitische Weichen zu stellen. Während im Herbst der Rat ein Wochenende lang tagt, trifft man sich im Frühling traditionell während des Kongresses.

Treffpunkt: Haus der Kathedrale, Großer Pfarrsaal, Schloßstr. 24, Eingang Kanzleigäßchen

18:00 Uhr

ND-Frühlingsrat

Heute vor 27 Jahren (damals die Nacht zum Ostersonntag 1991) wurde der Mosambikaner Gomondai in Dresden Opfer eines Überfalls rechtsgerichteter Jugendlicher. Jährlich erinnern Kirchen- und Menschenrechtsgruppen an den Mord. Kongressteilnehmer sind zur Teilnahme eingeladen. Bereits am Dienstag beschäftigt sich eine  Abendveranstaltung mit der Vertragsarbeit in der DDR und erinnert dabei auch an das erste Opfer fremdenfeindlicher Gewalt in Dresden.

Jorge-Gomondai-Platz, 01097 Dresden

 

Benno´simo-Abend

18:30 Uhr

Vorstellung des KiJu-Programms

Was haben die Kinder und Jugendlichen die ganzen Tage in Dresden gemacht? Ihre Erlebnisse und Ergebnisse eröffnen das abendliche Programm. Die Eindrücke werden kurzweilig, das können wir an dieser Stelle schon mal versprechen. Weit mehr als ein Erinnerungsmerkposten: Der Dank an die hoch engagierten Ki&Ju-Teamer mit Ulrike Steinle und Tobias Berger als Koordinatoren. Außerordentlich Benno’simo!

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

19:00 Uhr

 

Festliches Abendessen

Das „normale“ Abendessen wird zum Abschluss der Kongresswoche zu einem festlichen Abendmahl erweitert, das sächsische und böhmische Anlehnungen erkennen lässt. Das Team von „März Menü“ verköstigt alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer an diesem letzten Abend (im Tagungspreis enthalten).

St. Benno-Gymnasium, Mensa (Raum E.13)

 

20:00 Uhr

Abendprogramm

mit „Sprjewjan“, sorbische Folkloregruppe; Trio „zwischenFall“, Musikkabarett; Moderation: Holger Knoblauch & Cordula Mock-Knoblauch

Da der ND-Kongress 2018 sich in die Stadt Dresden und ihre Umgebung hineinbegeben und diese zum Thema gemacht hat, wird auch der Abschlussabend eine Verbindung von gewohnter Verbandstradition und regionaler Prägung sein. Die Folkloregruppe Sprjewjan aus der sorbischen Hauptstadt Bautzen zählt zu ihrem Repertoire zahlreiche Volkslied-Bearbeitungen. Als zweiter künstlerischer Akt wird das Musikkabarett zwischenFall an diesem Abend auftreten. Die drei Herren aus Leipzig machen gute Musik und gute Worte, kommen mit Tönen und Texten von Pop bis Poesie, zwischen Slam und Spaß, mit Klarinette und Kabarettistischem. Durch den Abend führen Holger Knoblauch und Cordula Mock-Knoblauch. Im Anschluss lädt das Papperla- Pub bis tief in die Nacht hinein zu Getränken und Musik ein.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

Samstag, 7. April 2018

9:30 Uhr

Musikalische Einstimmung

Im Kongress steckt Musik und diese wird jetzt aufgeführt.
Bühne frei für die Bundesgeschwister, die ihre Mittagspausen
Chor und Orchester gewidmet haben.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

 

10:00 Uhr

Gottesdienst - Macht Zukunft miteinander

mit dem Geistlichen Team

Der Gottesdienst bildet den Abschluss des Kongressgeschehens. Es fließt vieles von dem ein, was diskutiert, gedacht und erlebt worden ist. Auch noch Ungesagtes. Außerdem werden Lea Winterscheidt und Robert Jungkamp offiziell beauftragt, die ND-Firmgruppe 2019 zu leiten.

St. Benno-Gymnasium, Großer Saal (Raum U.19)

Wer den Gottesdienst mitgestalten möchte, ist herzlich zum ersten Treffen am Dienstag um 13:30 Uhr eingeladen.

Wer interessiert ist, sich oder seine Kinder im ND firmen zu lassen, mehr Informationen am Dienstag um 13:30 Uhr.

ca. 11:30 Uhr

Verteilung der Lunchpakete

 

Auf Wiedersehen in Köln 2019

 

Programmtableau

Das Kongressprogram ist auch in einer Kurzübersicht als Programmtableau einsehbar. Die Übersicht wird regelmäßig aktualisiert.

Programmheft

Das Kongressprogram ist auch in Form eines digitalen Programmheftes einsehbar. Die gedruckte Variante erhalten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer per Post.