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Werner Honal
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NDer, Ökumeniker, Antoniterexperte und Ehrenbürger

22. Nov. 2014: Dr. Adalbert Mischlewski 95 Jahre

Seit 1931 bis jetzt beim ND und heute, mit 95 Jahren, noch jeden Monat  im Sinne der „Neuen Lebensgestaltung in Christus" aktiv - grandios und nachahmenswert - wer wünscht sich das nicht für sich selber?

Groß und international, politisch und theologisch hochrangig war die Schar der Gratulanten zu Bundesbruder Adalberts 95. Geburtstag. Und da seine Frau Johanna kurz vorher den 75. feiern konnte, hieß es „die Mischlewskis", in Grafing bereits zu ökumenischen Institution geworden, feiern ihren 170. Geburtstag. Beiden galt und gilt auch unser herzlicher Glückwunsch!

Jeden Monat leitet Adalbert das ökumenische Bibelgespräch der katholischen und evangelischen Pfarrei, monatlich bietet er beim Kreisbildungswerk einen Ökumeneabend mit hervorragenden Fachleuten an. Auch zu politischen und gesellschaftlichen Themen unter der Fragestellung: Wie können Christen zur Lösung solcher Probleme beitragen?

Zum Ehrenbürger ernannte ihn der Stadtrat Grafings, weil er, neben seinem nachhaltigen Engagement für die Ökumene am Ort, die der Völkerverständigung dienende Städtepartnerschaft Grafings mit St. Marcellin in Frankreich begründete und als Historiker weltweit führend bei der Erforschungen des Antoniterordens ist.  Dieser war im 13.Jahrhundert aus einer 1095 gegründeten Laienbruderschaft entstanden und hatte es sich zur Aufgabe gemacht, am sogenannten Antoniusfeuer (verursacht durch den Mutterkornpilz) Erkrankte zu pflegen und zu behandeln.

Grafings Bürgermeister, dort wohnen "die Mischlewskis" und lehrten seit 1971 am Gymnasium, bewog es, Adalbert wegen seiner Vielgestalt in Praxis und Wissenschaft als ein "Gesamtkunstwerk" zu bezeichnen. Seit 2005 ist er bereits Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Woher nimmt Adalbert diese Ausdauer und Kraft? Diese Frage versuchte einer der Geburtstagsredner zu lösen. Seine Antwortversuch: aus der tiefen Verbindung des Ehepaares im Christusglauben ziehen sie Kraft wie ein Baum aus seinen Wurzeln. Der Jesuiten und Generalsekretär des ND, Pater Ludwig Esch, habe ihn schon 1946 zum Ökumenischen Denken inspirierte, so Adalbert. Zusammenfassend sagte der Münchner Theologieprofessor Dr. Peter Neuner: „Sie danken für den Lebensplan, auf den sie heute zurückblicken können. Er, der sie führte, hat, um das Neue Testament zu zitieren, alles recht gemacht.  Er hat es gut mit ihnen gemeint." Er erwähnte auch die Widerstände die sie zu überwinden hatten: Nicht überall wurde die Ökumene-Arbeit hoch geschätzt, auch die Eheschließung eines laisierten katholischen Priesters mit einer evangelischen Neuphilologin und Kollegin am Gymnasium Marktoberdorf war Anfang der 1970er Jahre nicht eben einfach.

Seine Lebensgeschichte erklärt, wie Adalbert so wurde, wie er ist:

Zweimal hatte er während seines sechsjährigen Kriegseinsatzes als Soldat so großes Glück zu überleben, dass er es heute noch nicht fassen kann. „Irgendjemand hat auf mich aufgepasst" meint er dazu; es sei ihm klar geworden „dass es etwas geben muss, warum ich auf der Welt bin."

Nach der amerikanischen Kriegsgefangenschaft landet er 1945 zufällig in Memmingen, lernt dort den Antoniterorden kennen und half, am Gymnasium die ND Gruppe nach dem Krieg wieder aufzubauen. Er hatte ja schon die ND- Schülergruppe in Berlin Tempelhof mit gestaltet und wertschätzen gelernt, die sich, nach dem der ND durch die Nazis verboten war, in der Ministranten-Arbeit der Pfarrei tarnen konnte.

Im Februar 1946 hatte er Memmingen wieder verlassen, um in München Geschichte und Neuphilologie zu studieren. Daran hängte er noch ein Theologiestudium an und ließ sich 1954 zum Priester weihen. Von 1955 bis 1963 arbeitete er im Allgäu, auch im höchstgelegenen Kirchdorf Deutschlands, als Seelsorger, dort wieder engagiert beim Aufbau einer Älterngruppe des ND. Fasziniert von den  Antonitern beschloss er, 1964 bis 1966 in Rom die Quellen dieses Ordens zu studieren und  in Kirchengeschichte zu promovieren.

Ökumene und Völkerverständigung aus Überzeugung, Geschichte aus Leidenschaft, bis heute. Und da kann noch eine vierte Aufgabe dazu kommen: Ich habe ihm nämlich zugehört, wie er als Zeitzeuge über das Gymnasium im System des Nationalsozialismus differenziert berichtete – wir „Kriegs- und Nachkriegskinder“ lernen da immer noch dazu. Er ist in seinem wissenschaftlichen, sprachlichen und pädagogischem Wirken hoch kompetent;  sein beständiges christliches Engagement und seine liebevolle menschliche Art ergänzen dies optimal. Johanna und Adalbert Mischlewski, so schloss Professor Neuner, „Sie haben alles recht gemacht."

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Werner Honal ; Foto u. Material: Paul Frauendorfer


Ansprache von Prof. em. Dr. Peter Neuner . LMU München

Liebe Frau Mischlewski, lieber Herr Mischlewski,
Sie haben mich eingeladen, zwischen Suppe und Hauptgang die Reihe der Gratulationen zu eröffnen. Das legt mir Askese auf: Ich darf nicht zu ausführlich werden und auch nicht denen, die noch das Wort ergreifen werden, ihr Thema vorwegnehmen.
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Ich darf mich zum Sprecher der Festversammlung machen, die sich diesem Urteil anschließt und es vielleicht auch noch erweitern kann: Auch von Ihnen gilt: Sie haben alles recht gemacht.

Herzlichen Glückwunsch!

Hier zur vollständigen Ansprache  (2 S. pdf)


 

Ansprache von Heinrich Adlhoch, Geschäftsführer  des  Antoniterforums, Gesellschaft zur Pflege des Erbes der Antoniter e. V.

Liebe Johanna, lieber Adalbert, verehrte Festversammlung!
170 Jahre seid Ihr beiden zusammengenommen auf Erden! Wohl ein Grund zu feiern.
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Bäume werden oft sehr alt. Ihr beide habt ein stattliches Alter erreicht, Gott sei Dank grünt und blüht ihr immer noch. Möge das lange noch bleiben! Als kleine Erinnerung haben wir euch ein Bäumchen mitgebracht. Hegt und pflegt es viele Jahre!


Hier zur vollständigen Ansprache  (3 S. pdf)