Gruppe Willi Graf

Die Vorgeschichte
1946 sammelte "Kaplan" Gottfried Simmerding als Religionslehrer der wieder eröffneten Gisela-Oberrealschule in München-Schwabing Schüler um sich, um in einer trostlosen Zeit die Eltern mit einem Weihnachtsspiel zu erfreuen.

Aus diesem Kern gründete Simmerding 1947 eine Gruppe, die er der wiedergegründeten Jungengemeinschaft im Bund Neudeutschland anschloss. Damit war die legendäre ND-Gruppe München-Nord nach der erzwungenen Auflösung im "Dritten Reich" wieder neu erstanden, zunächst freilich nur aus etwa 12-jährigen Schülern bestehend. Diese Schüler-Gruppe vergrößerte sich im Lauf der Jahre auf zeitweise über 100 Schüler.

Die Gründung der Studentengruppe Willi Graf
Als 1953 die ersten Mitglieder ihr Abitur ablegten, stand die Entscheidung fest: wir bleiben beisammen. So entstand eine Hochschulring-Gruppe, die sich den Namen "Willi Graf" gab, im Andenken an ihren Bundesbruder Willi Graf, der in München als Mitglied der Weißen Rose im Widerstand gegen die Nazidiktatur 1943 von den Nazis zum Tode verurteilt worden war. In Fritz Krammel fand sich ein Gruppenkaplan, der über sein seelsorgerisches Wirken hinaus der Studentengruppe Orientierung und Zusammenhalt bot.

Männerring-Gruppe seit 1961
Seit 1961 gehören die Mitglieder der Gruppe Willi Graf - inzwischen auch viele Frauen - zur Erwachsenengemeinschaft des Bundes Neudeutschland. Die ersten zehn Jahre war Ernst Frank der Gruppenleiter. Seither wechselt die Gruppenleitung in der Regel alle zwei Jahre. Besonders unter der Leitung von Klaus Weißenfels 76/77 sind viele neue Gruppenmitglieder dazu gekommen. Unter anderem auch Pater Walter Rupp SJ, der nach dem Tode von Fritz Krammel 1984 das Amt des Gruppenkaplans übernommen hat und seither in scharfsinniger und kritischer Weise neue, jesuitische Akzente setzte und der immer größer gewordnen Gruppe im Akademiker-Centrum eine Heimat bot.

Mehrfach übernahmen Mitglieder unserer Gruppe auch Verantwortung für den Gesamtbund - Prof. Dr. Ernst Feil und Dr. Diane Gössing als KMF-Leiter, Dr. Hildegard Vieregg als Bundesmeisterin. Dr. Josef Vieregg, Dr. Helmut Fried und Dr. Kurt Detzer leiteten die Wirtschaftlergilde. Mechthild Feil, Dr. Hildegard Vieregg, Günther Miller, Dr. Günter Knobel und Prof. Jupp Birkenhauer waren Leiter der Region München, Pater Walter Rupp ist seit 1985 als geistlicher Leiter der Region München tätig. Walter Vieregg hat viele Jahre lang den Regionalrundbrief besorgt. Robert Wagner vertrat den Münchner ND seit 1986 in Gremien der Erzdiözese und ist seit dieser Zeit im Vorstand der ARGE, der Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände und Gemeinschaften in der Seelsorgsregion München. Wolfgang Walter, Fritz Eder, Josef Schätzler und Dr. Josef Vieregg waren jeweils viele Jahre lang für unser "Studentenheim Willi Graf" tätig. Luísa Costa Hölzl ist als Hinzugewählte beim Katholikenrat München mit Migrationsfragen befasst. Dr. Diane Gössing wurde von der bereits erwähnten ARGE jetzt zum zweiten Mal in den Katholikenrat gewählt.

1983 hat die Gruppe Willi Graf auf Initiative ihres damaligen Gruppenleiters Walter Vieregg eine große Ausstellung über Willi Graf und die Weiße Rose erstellt, die in den nächsten 10 Jahren in 30 Orten der Bundesrepublik gezeigt wurde und große Anerkennung fand.

Derzeit hat die Gruppe Willi Graf 60 Mitglieder im Alter von 50 bis 88 Jahren, von denen ca. 30 bis 40 jeweils an den monatlichen Gruppenveranstaltungen teilnehmen können. Skifahren im Februar/März und eine jährliche Gruppenfahrt gehören zu unserem festen Programm. Wir verstehen uns als eine Lebensgemeinschaft, aber auch als eine offene Gruppe, die auch neue Mitglieder gerne aufnimmt, soweit dadurch nicht unser Altersdurchschnitt erhöht wird.

Dr. Günter Knobel überraschend verstorben

Unser Freisinger Bundesbruder Dr. Günter Knobel (*5. April 1945),  seit 1975 als Rechtsanwalt in München und Freising tätig, ist  in der Nacht vom 11. zum 12. Mai 2013 plötzlich an einer Gehirnblutung verstorben.  Siehe unseren Blog-Eintrag

Das Freisinger  Bildungszentrum Kardinal – Döpfner – Haus  erinnerte an Günter in folgender Traueranzeige vom 16. Mai 2013:

Die beim Requiem gehaltenen Reden dokumentieren wir hier:

Josef Dirscherl, Präsident des Lions Club Freising
am 17. Mai 2013

In memoriam Dr. Günter Knobel

Liebe Marisa, liebe Verena, lieber Stefan mit Familie, liebe Freunde von Günter,
es gibt Tage im Leben, von denen man hofft, dass sie uns nicht persönlich betreffen.

Heute ist so ein Tag: wir müssen uns von einem ganz besonderen Menschen verabschieden – unserem lieben Lionsfreund Günter.

Auch wenn es mir nicht leicht fällt, ist es mir dennoch ein Anliegen, einen so groß-artigen Menschen, wie Günter es war, zumindest mit einigen Worten zu würdigen.

Günter war ein sehr fürsorglicher Mensch, und das nicht nur für seine Familie, sondern auch für bedürftige Menschen in unserer Gesellschaft.

Neben seinen vielfältigen Verpflichtungen in seinem Beruf als Rechtsanwalt war es ihm stets wichtig, bedürftigen Menschen über soziale Einrichtungen, wie die Lebenshilfe Freising und auch den Lions Club Freising, zu helfen. Hierfür hat sich Günter mit hohem persönlichen Einsatz eingebracht.

Unser Lionsfreund  Günter ist bereits im Jahre 1989 in den Lions Club Freising eingetreten. Seit 1993 gehörte er ohne Unterbrechung dem Vorstand  an. Er war von 1993 bis 1999 Activity-Beauftragter, von 1999 bis 2001 zunächst 2.Vize-präsident, dann 1.Vizepräsident und schließlich Präsident sowie seit 2002 bis zuletzt als Jumelage- Beauftragter ein unermüdlicher Motor für die Freundschaftsbeziehung zwischen dem Lions Club Freising und dem Lions Club Feltre in Italien.

Auf Anregung von Günter hat der Lions Club Freising insbesondere auch Projekte der Lebenshilfe Freising gefördert. Unvergessen und richtungsweisend war z. B. ein Austauschprogramm mit behinderten Jugendlichen aus Feltre und Freising, das mehrmals unter seiner Federführung durchgeführt wurde.

Günter war ein Vorbild für alle Mitglieder unseres Clubs. Und er wird es auch in Zukunft für uns alle sein. Denn er wird in unserer Erinnerung und in unseren Herzen bleiben.

Seine liebevolle und besonnene Art hat uns immer begeistert und wir sind alle sehr stolz, dass Günter einer von uns war.

Neben seiner ausgeprägten Fürsorglichkeit waren seine Zuverlässigkeit, Gewissen-haftigkeit und seine Disziplin für uns immer bewundernswert.

Günter Knobel war nicht nur Vorbild für den Lions Club, sondern auch für uns privat. Was er gemeinsam mit seiner lieben Frau Marisa insbesondere an Fürsorge für seine Tochter Verena geleistet hat, ist vorbildlich. Mit großem Respekt und voller Hochachtung würdigen wir am heutigen Tage seine Lebensleistung.

Liebe Marisa, welchen Schmerz und Trauer du ertragen musst, kann keiner von uns nachempfinden. Komm zu uns, wann immer Du möchtest. Melde Dich, wenn Du Hilfe benötigst. Wir sind für Dich da.

Wir wünschen Dir, liebe Marisa, und Deiner Familie Kraft für die kommende Zeit, um den Verlust Eures lieben Günters zu verkraften.

Wir verlieren mit Dr. Günter Knobel einen guten Freund, ein großes Vorbild und ein verdientes Mitglied unseres Clubs.

Voller Respekt verneigen wir uns vor einem großartigen Menschen und vor einer beeindruckenden Persönlichkeit:

Danke Günter

Die Vorsitzende Monika Haslberger für die Lebenshilfe Freising:

Liebe Marisa, liebe Familie Knobel, liebe Trauergäste,
als Vertreterin der Lebenshilfe Freising möchte ich hier gerne mit ein paar Worten an die Verdienste des Verstorbenen erinnern.
Die Lebenshilfe Freising und die Stiftung Lebenshilfe Freising sind bestürzt vom plötzlichen und unerwarteten Tod unseres langjährigen Vorstandsmitglieds.Dr. Günter Knobel ist 1979 nach der Geburt seiner Tochter Verena in die Lebenshilfe eingetreten und war seit 1991  2.Vorsitzender  des Vereins.
Dieses langjährige Engagement  im Vorstand – 22Jahre  – zeigen sein großes Verantwortungsbewusstsein für andere Menschen, besonders für Menschen , die unser e Hilfe brauchen.
Die LH Freising ist eine Selbsthilfevereinigung – gegründet von Betroffenen Eltern – und Günter Knobel hat sich immer verpflichtet gefühlt, diesen Selbsthilfegedanken der ersten Stunde fortzuführen.
Als die LH Freising 1990 einen Neuanfang begonnen hat, war er von Anfang an mit dabei, er ist bereit gestanden, den Verein gemeinsam mit anderen betroffenen Eltern in eine neue Ära zu führen. In dieser Zeit, die er entscheidend mitgeprägt hat, sind viele neue Einrichtungen dazu gekommen , viele differenzierte Angebote, um Menschen mit Behinderung bedarfsgerecht zu fördern, zu stützen, zu bilden und ihnen sozialer und berufliche Teilhabe zu ermöglichen.
Günter Knobel war einer, der Visionen hatte, der Kreativität besaß und der auch den Mut hatte, Widerstände zu überwinden, finanzielle Risiken mitzutragen und maßgeblich Projekte auch durchgesetzt hat.
Ihm war es ein besonderes Anliegen, dass Begriffe wie Integration, Selbstbestimmung, Teilhabe und Inklusion mit Leben erfüllt werden.
Dabei war ihm immer wichtig, dass die Behindertenarbeit auch die Kompetenz der betroffenen Eltern an der Seite hat und er hat es einmal so formuliert: „ Wer in der Lebenshilfe aktiv mitarbeitet,  kann mitbestimmen, ob die inzwischen groß gewordene Lebenshilfe trotzdem über schaubar, menschenwürdig, human und sozial bleibt – eben ein Ort zum Glücklich sein“ , für das eigene Kind und für all die anderen Menschen , die zur Lebenshilfe kommen.
Als im Jahr 2002 die Stiftung Lebenshilfe Freising gegründet wurde, mit dem Ziel, die Hilfe für die Menschen mit Behinderung auch in den nächsten Jahrzehnten zu sichern, hat Günter Knobel auch diese gute Idee unterstützt und sich als Mitglied im Stiftungsrat mit eingebracht.
Seine guten Kontakte in der gesellschaftlichen Szene in der Stadt und im Landkreis hat er stets auch genutzt, um die Arbeit der Lebenshilfe nach außen hin zu präsentieren und um Unterstützung zu werben.
Dass die Anerkennung für sein soziales Engagement auch über die Grenzen Freising hinaus ging, zeigt sich  darin, dass er im Jahr 2004 mit dem Ehrenzeichen des bayrischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt und   im Jahre 2011 mit der silbernen Ehrennadel als höchste Auszeichnung des Lebenshilfe-Landesverbandes ausgezeichnet wurde.
Wir , die wir viele Jahre mit ihm im Vorstand und im Stiftungsrat  zusammen gearbeitet , die wir gemeinsam den Verein vorangebracht haben, wir werden ihn sehr vermissen. Es war nicht nur seine Kompetenz in rechtlichen und juristischen Fragen, die die Zusammenarbeit mit ihm so wertvoll gemacht hat, es war auch seine Herzlichkeit, sein Humor , seine Zuverlässigkeit, sein Pflichtbewusstsein – und man spürte bei ihm auch die Nähe ,die er zu unseren Menschen mit Behinderung hatte. Er wusste, auch aus eigener Erfahrung als Vater einer Tochter mit Behinderung, sehr gut um die Bedürfnisse und Anliegen unserer geistig Behinderten, er wusste , welche Wärme und Herzlichkeit von ihnen ausgeht und hat die Begegnungen mit ihnen immer sehr genossen.  Es sind Menschen wie Günter  Knobel, die die Lebenshilfe braucht.
Auch die Sportfreunde  Freising, für die ich hier auch ein paar Worte sagen darf, trauern um Günter Knobel:
Von 1987 bis zu seiner Auflösung im Jahre 2007 war Günter Knobel Vorsitzender des Vereins  In dieser Zeit entwickelten sich die Sportfreunde bayernweit zu einem der größten Sportvereine für Menschen mit geistiger Behinderung. Mit Begeisterung haben Kinder, jugendliche  und erwachsene Sportler das vielfältige Angebot wahrgenommen. Bei den Special Olympics galten die Sportfreunde als Vorreiter und  die Teilnahme an anderen Wettkämpfen, die jährlichen Sport – und Sommerfeste, die Vereinsausflüge und die gerühmten Nikolausfeiern haben die Sportfreunde zu einem lebendigen Verein werden lassen. Günter Knobel war zusammen mit Alfred Mayer über Jahre ein untrennbares Team.    Die Sportler ,die Eltern, die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter und Übungsleiter haben mit Günter Knobel einen treuen Freund verloren, der stets mit Herzblut und einem offenen Ohr für den Verein gekämpft hat.

Liebe Marisa, Dir möchten wir an dieser Stelle danken. Wir  danken für Dein Verständnis, Du hast an vielen Abenden, an denen wir unsere berüchtigt langen Sitzungen hatten und auch an manchen Wochenenden auf Deinen Mann verzichten müssen, aber Du wusstest , wie sehr ihm dieses Engagement für  die Menschen mit Behinderung am Herzen liegt und hast  ihn so auf deine  Weise auch  unterstützt. Vielen Dank ,dass Du ihm mit uns geteilt hast.

Der Verein Lebenshilfe e.V. und die Stiftung Lebenshilfe Freising, die Menschen mit Behinderung und Ihre Angehörigen, die Ehrenamtlichen in den Gremien, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, gedenken Dr. Günter Knobel und seiner Verdienste in großer Dankbarkeit und er wird stets einen Platz  in unseren Herzen haben.

Unser tiefes Mitgefühl gilt Dir , liebe Marisa, Deinen Kinder und der ganzen Familie.

 

Das Freisinger Tagblatt brachte schon am 15. Mai von der Lebenshilfe folgenden Nachruf:

Vorsitzende Monika Haslberger, Geschäftsführer Franz Burger und Stiftungsratsvorsitzender Franz Jungwirth blicken in tiefer Trauer auf das Lebenswerk Knobels zurück.

Der studierte Jurist und Leiter einer Rechtsanwaltskanzlei in München und Freising war der Lebenshilfe Freising nicht erst seit seiner Wahl zum 2. Vorsitzenden im Jahr 1991, sondern bereits seit 1979 verbunden.
Seine langjährige Tätigkeit im Vorstand der Lebenshilfe Freising zeigte sein großes Verantwortungsbewusstsein für andere Menschen. Er hat sich immer verpflichtet gefühlt, den Selbsthilfegedanken der ersten Stunde fortzuführen. Er hatte immer beides im Blick, die Hilfe für die Betroffenen von außen und die Eigeninitiative der Eltern, ohne die, wie er selbst sagte, „das Bestehende nicht zustande gekommen und sein Fortbestand und die künftige Weiterentwicklung nicht gesichert wären“.
Durch seine Tochter Verena hat Knobel fast alle Einrichtungen persönlich miterlebt, die die Lebenshilfe Freising Menschen mit Behinderung zur Förderung und Bildung zur Verfügung stellt. Auch später, als seine Tochter die Angebote der Lebenshilfe Freising nicht mehr in Anspruch nahm, ist er unserer Lebenshilfe-Familie treu geblieben.
Knobel war dabei, als sich die Lebenshilfe Freising im Jahr 1990 neu aufstellen und orientieren musste und neue Wege gegangen ist. Er stand bereit, zusammen mit anderen Eltern den Verein in eine weitere Ära zu führen.
Ein besonderes Anliegen war es Knobel, Begriffe wie Integration, Selbstbestimmung, Teilhabe und Inklusion mit Leben zu erfüllen. Er wollte gegenseitige „gelebte Integration“ von Menschen mit und ohne Behinderung verwirklichen helfen.
In einem Artikel schrieb Knobel 2011 über den Vorstand: „Hier sind Visionen und Kreativität gefragt, häufig – ob all der Widerstände und finanziellen Risiken – auch Mut und Durchsetzungsvermögen. Ich bin stolz darauf, dass unsere Freisinger Lebenshilfe zumeist an der Speerspitze der Entwicklung stand, wenn es um Neuerungen wie integrierte Eltern-Kind-Gruppen, dann Integrationskindergärten, Kooperations- und Integrationsklassen, Offene Behindertenarbeit, Wohnanlage für behinderte Menschen und Studenten, offenes Restaurant- und Tagungshaus Viva Vita, den Dienstleister SerVita und vieles andere mehr ging, und ich dazu beitragen konnte.“
Als 2002 die Stiftung Lebenshilfe Freising mit dem Ziel gegründet wurde, die Hilfe für Menschen mit Behinderung auch in den nächsten Jahrzehnten zu sichern, hat Günther Knobel auch diese gute Idee unterstützt und sich als Mitglied im Stiftungsrat mit eingebracht.
Seine guten Kontakte in der gesellschaftlichen Szene von Stadt und Landkreis Freising waren für ihn stets auch eine Gelegenheit, die Arbeit der Lebenshilfe nach außen zu präsentieren und für Unterstützung zu werben.
Für sein großes und vielfältiges ehrenamtliches Engagement ist Knobel mehrfach ausgezeichnet worden: 2004 mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt und 2011 mit der Ehrennadel als höchste Auszeichnung des Lebenshilfe-Landesverbands Bayern.
Die mit ihm viele Jahre im Vorstand und im Stiftungsrat zusammen gearbeitet haben, werden ihn schmerzlich vermissen. Es war nicht nur seine Kompetenz in rechtlichen und juristischen Fragen, die die Zusammenarbeit mit ihm so wertvoll gemacht haben, es war auch seine Herzlichkeit, sein Humor und seine Zuverlässigkeit – man spürte bei ihm die Nähe, die er zu unseren Menschen mit Behinderung hatte. Er wusste sehr gut um ihre Bedürfnisse und Anliegen.

Nachruf auf Gerti Frank (17.02.1937 - 3.10.2013)

Als Ernst Frank aus den USA anrief – Gerti und Ernst waren dort zu Besuch bei ihrem Sohn Guido und dessen Familie – und mitteilte, dass Gerti plötzlich verstorben sei, war das für uns zunächst unfassbar. Waren wir doch noch Ende August bei Franks auf der Terrasse gesessen, wo sie zu einem spätsommerlichen Beisammensein eingeladen hatten. Dass Gerti seit längerem gesundheitliche Probleme hatte, wussten wir zwar – sie machte davon allerdings auch kein Aufhebens. Dass es so schlecht um sie stand, ahnte  jedoch keiner von uns, vielleicht nicht einmal sie selbst.

Gerti Frank gehörte zum Urgestein unserer Gruppe! Bei der Gründung der Männerring-Gruppe „Willi Graf“, die sich überwiegend aus Mitgliedern der gleichnamigen Studentengruppe im „Studio 27“
(= Wohnzimmer unseres damaligen Gruppenkaplans Fritz Krammel) zusammenfand, war sie eines der wenigen weiblichen Wesen, das mit uns 1961 die neuformierte Gruppe aus der Taufe hob.

Neben ihrem Mann Ernst, der die Gruppe dann 10 Jahre führte, übernahm auch Gerti, und zwar im Jahr 1985, für zwei Jahre die Gruppenleitung. Außer hoch interessanten Themen für die Gruppenabende initiierte Gerti auch die Erstellung unserer Gruppen-Chronik für die ersten 25 Jahre, die wir immer wieder gerne in die Hand nehmen.

Mit Gerti verliert unsere Gruppe ein äußerst engagiertes Mitglied. Einen Gruppenabend ohne sie kann man sich kaum vorstellen.

Wir alle schließen sie in unser Gebet ein und versuchen, auch Ernst in dieser schweren Zeit hilfreich zur Seite zu stehen.
                                                                            Jos Schätzler