Vortrag im März 14

Wie begegnet Jesus den Frauen (Lukas)

Am 13. 03. 2014 sprach Konrad Herrmann im Caritas-Pirckheimer-Haus Eichstätt zum Thema "Wunder, die Jesus an Frauen im Lukas-Evangelium wirkte."
Bevor K. Herrmann auf einzelne Wunder einging, schilderte er die besondere Situation der Frau zur Zeit Jesu. Gekennzeichnet war die Situation durch eine totale Abhängigkeit der Frau vom Mann, die sich z.B. so darstellte, dass die Frau das Haus nur mit der Erlaubnis des Mannes verlassen durfte oder dass im Falle des Todes des Mannes die Frau mitsamt Vermögen und Kindern Eigentum des Schwagers wurde. Jesus stellte sich gegen diese jüdischen Gesetze, indem er sich Frauen in Not zuwandte, z.B. in Mitleid, durch Handauflegung, durch „Heilung“ am Sabbat. „Wunder“ geschehen so durch die Faszination, die von Jesus ausgeht: Er durchbricht feste Regeln, weil ihm Erbarmen wichtiger ist. So heilt er die gekrümmte Frau am Sabbat, was gegen das Gesetz war; er erweckte den einzigen Sohn einer Witwe aus Mitleid; er heilt die Schwiegermutter des Petrus und befreit die Sünderin von ihren Sünden, weil sie Demut und Liebe im Gegensatz zu den Pharisäern gezeigt hat. Entscheidend für eine Heilung ist aber immer, dass die Frauen, denen Jesus in dieser Weise begegnet, aus einem tiefen Glauben heraus leben.

Zuletzt verwies Konrad Herrmann auf die Bedeutung der Frauen, die sie bei der Kreuzigung Jesu, bei seinem Begräbnis und bei seiner Auferstehung im Lukas-Evangelium haben: Sie sind noch vor den Jüngern die Zeuginnen des Geschehens und können so ein Fingerzeig sein, den Frauen auch in der Kirche heute eine gewichtigere Rolle zu ermöglichen. 
Text: Inge