Gemeinsam glücklich

"Gemeinsam glücklich" - ein familienpsychologischer Streifzug

Dr. G. Nechwatal, Psychologe, Pädagoge und Psychotherapeut, jetzt Leiter des Instituts für Ehe und Familie der Diözese Eichstätt, ging in seinem Vortrag am 23.02.2012 im Salesianum von seinem Buch mit dem Titel "Gemeinsam glücklich" aus. Ansatzpunkt für ihn ist die positive Einstellung, dass Glück als Gnade gesehen werden und damit auch gepflegt werden sollte. Der Vortrag konzentrierte sich auf das Verhältnis Großeltern - Enkelkinder und damit auf die Möglichkeit, dass für beide Seiten diese Beziehung Glück bedeuten kann. Dr. Nechwatal bezog sich immer wieder auf seine Erfahrung im Kinderdorf Eichstätt, wo er jahrelang tätig war, und auf die Tatsache, dass er selbst bei seinen Großeltern aufgewachsen ist. Großeltern können gerade in Konfliktsituationen aufgrund der Ruhe und der Zeit, die sie oft im Gegesatz zu den berufstätigen Eltern haben, hilfreich sein; sie ermutigen durch emotionale Zuwendung, sie erweitern den Horizont der Enkelkinder durch unterschiedliche Sichtweisen. Weiterhin vermitteln sie Traditionsbewusstsein, u.U. religiöse Gebräuche, stehen für Alter und stehen dazu und stehen nicht zuletzt für Dauerhaftigkeit aufgrund einer jahrzehntelangen Ehe. Als Beweis, dass Großeltern von den Enkelkindern angenommen werden, steht der statistische Wert, dass nur 20% der Enkelkinder sie als altmodisch bezeichenen.
Neben den positiven Auswirkungen verschwieg der Redner aber auch nicht schwierige Situationen, indem er auf Großeltern verwies, die den Enkelkindern gegenüber als Besserwisser auftreten oder sich in elterliche Erziehungsmaßnahmen einmischen.
Last but not least muss für die heutige Zeit festgestellt werden, dass es immer weniger Kinder gibt und damit auch Großeltern und dass dies natürlich auch Auswirkungen auf die Gesellschaft hat.
Text: Inge