Herberge für Menschen, die auf Pilgerschaft und auf der Flucht sind

200 Flüchtlinge befinden sich in Immenstadt im Allgäu in einer Massenunterkunft in einer Turnhalle. Bei längerem Aufenthalt ist solch eine Unterkunft für die Flüchtlinge ein Vorhof der Hölle. 500 Meter weiter stehen auf dem Kirchhügel die vier Kirchen des Wallfahrtsortes Bühl. Bbr. Wilhelm Igel war hier über Jahrzehnte, bis zu seinem Tod, Pfarrer. Neben den Kirchen steht das stattliche ehemalige Gasthaus zum Strauß. Das in kirchlichem Besitz befindliche Haus steht seit Jahren leer. Eine Bürgerinitiative, entstanden zur Erhaltung der Landschaft am großen Alpsee, hat sich schon vor einem Jahr an die Diözese Augsburg gewandt und einen Nutzungsvorschlag unterbreitet: das Haus, am Allgäuer Jakobsweg gelegen und am Tor zum Naturpark Nagelfluhkette gelegen als Herberge für Pilger und Wanderer zu nutzen und, nach dem Vorbild des Grandhotel Cosmopolis in Augsburg, zum Teil mit Flüchtlingen zu belegen. Der Gedanke war, dass das Haus ein Ort der abrahamitischen Ökumene werden möge. Wir sind alle auf der Pilgerschaft. Der Zufluchtsort ist eine Station am Jakobsweg. Die Kirchen Loretokapelle und St. Anna-Kapelle stehen für die Kindheit Jesu, die Grabeskapelle für Leiden und Tod, und St. Stephanus für das Zeugnis, Bereitschaft zum Märtyrertod um des Glaubens willen.

Die katholische Jugendfürsorge hat Zugriff auf mehrere Gebäude. Auf der anderen Straßenseite hat sie ein Heim für unbegleitete Jugendliche eingerichtet. Sie leistet dort hervorragende Arbeit, aber ein Modell ist es leider nicht. Sowohl vom Personalaufwand als von den Kosten her ist es unmöglich, nach den Sätzen der Jugendfürsorge eine große Anzahl von Flüchtlingen zu betreuen. Das geeignete Vorbild erscheint uns eher das Werk von Adolph Kolping. Den Bewohnern muss die Möglichkeit zur Selbstverantwortung gegeben werden. Das ist auch das Programm unseres Bundes und anderer katholischer Verbände: nicht Fürsorge im Sinne des Gesetzes, sondern Hilfe zur Selbstständigkeit. Das Haus bildet nur den äußeren Rahmen. Für die Trägerschaft müsste also ein katholischer Verband gefunden werden, der das Wagnis einer ökumenischen Zusammenarbeit vor Ort mit trägt.

In Immenstadt selbst sind die Reaktionen durchweg positiv. Wir haben mit der Diözese Gespräche geführt, aber keinerlei Ermutigung gefunden. Aus der Bürgerinitiative, die letztes Jahr einen Bürgerentscheid gegen die Verbauung des Alpseeostufers mit großem Erfolg (61 Prozent) gewonnen hat, ist nun der Plan einer Petition an den Augsburger Bischof entstanden:

„Erhalten Sie das Haus St. Michael in Bühl.

In einer Zeit größter Not, junge Flüchtlinge unterzubringen, ihnen eine vorübergehende Heimat zu bieten, ihnen berufliche Ausbildung zu ermöglichen, bitten wir Sie, die Türen zu öffnen. Seit Jahren steht das Haus St. Michael leer.

Das Haus hat für Bühl eine große Bedeutung, gehört es doch zum Ensemble mit den vier Kirchen.

Wir wünschen uns eine Einrichtung, die aus christlichem Geist geschaffen, eine Stätte der Toleranz und des Miteinander werden möge – im Geist der abrahamitischen Ökumene.“

Wie kann der ND helfen?

Liebe Schwestern und Brüder im Bund, wichtig ist Eure Unterstützung und Ermutigung. Ihr könnt unsere Petition mit unterzeichnen – im Moment nur durch eine Email an mich. Aber bald auch durch Unterschrift unter eine open petition. Ich werde mich auch an den BDKJ und die KSJ wenden. Kühn ist der Gedanke, dass der ND sich bereitfinden würde, dem Bischof die Trägerschaft anzubieten.

Kontakt: Walter Molt
Email: Walter.molt@googlemail.com

 

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Ergänzung

Idee für eine Herberge in Bühl / Immenstadt

Im Hirschberg Januar 2016, S. 53, hatte Bbr. Walter Molt von Überlegungen und Plänen berichtet, in einem ehemaligen Gasthaus im Wallfahrtsort Bühl (Immenstadt) am Allgäuer Jakobsweg ein Pilger- und Flüchtlingsheim einzurichten. Die damals angekündigte Petition an den zuständigen Augsburger Bischof Konrad Zdarsa steht nun online auf den Seiten der Bürgerinitiative zum Erhalt der Alpseelandschaft und kann dort auch von Unterstützern unterzeichnet werden; Bbr. Walter Molt bittet darum: www.grosseralpsee.org