Flüchtlingshilfe Greven

Bbr. Heinz Kues schreibt aus Greven im westlichen Münsterland:

Der Sachausschuss Ehe und Familie der katholischen Pfarrgemeinde St. Martinus in Greven hat im April 2014 mit einem ersten Treffen die Flüchtlingshilfe Greven initiiert. Das Anliegen war zunächst, sich über die konkrete Lebenssituation von Flüchtlingen und Asylbewerbern in der rund 35.000 Einwohner umfassenden Stadt zu informieren. Schnell wurde das Ziel formuliert, notwendige praktische Unterstützungsarbeit zu organisieren. Die Arbeit hat sich seitdem rasant entwickelt.

Den ehrenamtlichen Initiatoren war es von Anfang wichtig, das Vorhaben auf eine breite Basis zu stellen. So gibt es intensive Kontakte zur Kommune, zur Sozialdezernentin, zur Kommunalpolitik, zur örtlichen Freiwilligenagentur und eine Begleitung durch eine Hauptamtliche aus der Flüchtlingsarbeit und dem Caritasverband. Zurzeit leben 550 Asylbewerber in Greven, im September sind 122 zugewiesen worden, im Oktober 115. Sie kommen aus Syrien, Irak, Libanon, Afghanistan; Eritrea, Nigeria, Pakistan etc.

Was machen wir? Halbjährlich gibt es zwei öffentliche Veranstaltungen, um über die Lebenssituation von Flüchtlingen und die Arbeit der Flüchtlingshilfe zu informieren und auch weitere freiwillige Mitarbeite/rinnen zu gewinnen. Beim letzten Treffen im September 2015 kamen dazu mehr als 80 Interessierte.

Das Thema Sprache stand schnell im Mittelpunkt der Flüchtlingshilfe, da diese der Schlüssel für eine Verständigung unter den Menschen darstellt und unverzichtbar für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist. Es wurden über die Volkshochschule Emsdetten-Greven drei Sprachkurse organisiert, an denen ca. 60 Personen teilgenommen haben, die aufgrund ihres Status als Asylsuchende keine Finanzierung über die öffentliche Hand bekommen. Spenden an die Flüchtlingshilfe haben das ermöglicht. Im Oktober hat ein Alphabetisierungskurs begonnen. Aufgrund der steigenden Zahl von Asylbewerbern wird jetzt ein ergänzendes niedrigschwelliges Modell der Sprachförderung initiiert. Dort werden sich Ehrenamtliche und Asylbewerber in kleineren Gruppen treffen, um alltagssprachliche Dinge zu erlernen. Ein pensionierter Rektor der Realschule übernimmt die Anleitung.

Die Flüchtlingshilfe Greven erfährt große Unterstützung. Dies zeigt sich zum einen im Zufluss an Spenden, zu dem neben Firmen und Banken auch zahlreiche Privatpersonen beitragen. Zum anderen gibt es inzwischen weit mehr als 100 ehrenamtliche Helfer. Darunter Schülerpaten, die Kinder aus den Flüchtlingsfamilien in den verschiedenen Schulformen begleiten. Andere übernehmen eine Patenschaft für Familien oder erwachsene Einzelpersonen.

Für Kinder und Jugendliche gibt es Gruppenangebote in den Nachmittagsstunden und sie könnenan Ferienangeboten teilnehmen. Einmal im Monat findet ein Begegnungscafe statt, um ein lockeres Beisammensein von Ehrenamtlichen, interessierten Bürgern und Flüchtlingen zu ermöglichen und Kontakte zu knüpfen. Weitere Aktivitäten: Fahrradwerkstatt und -verleih an Flüchtlinge, Kontakte zu Sportvereinen, Fortbildungsveranstaltungen, regelmäßige Vorträge bei Vereinen und kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit.

Ein erster Asylbewerber konnte jetzt auch in den Bundesfreiwilligendienst beim Caritasverband Emsdetten-Greven vermittelt werden. Hier wird auch deutlich, dass die rechtlichen Schranken bei der Arbeitsaufnahme für Flüchtlinge weiter reduziert werden müssen.

Bei der durchaus sehr positiven Entwicklung der Arbeit der Flüchtlingshilfe werden auch Grenzen des ehrenamtlichen Engagements deutlich. Es gibt eine hauptamtliche Unterstützung, die aber von ihren Kapazitäten her nicht ausreichend ist. Großen Bedarf gibt es für eine entsprechende Kompetenz im juristischen Bereich, um auch die Interessen der Asylbewerber gegenüber der öffentlichen Hand besser vertreten zu können.
Wir freuen uns über eine finanzielle Unterstützung zur Finanzierung der Arbeit!

Kontoinhaber: Pfarrgemeinde St. Martinus
Kreissparkasse Steinfurt
IBAN: DE 6940 3510 6000 6300 0988, BIC: WELADED1STF
Verwendungszweck: Flüchtlingshilfe Greven