Flüchtlinge im Dorf und nebenan in der Kleinstadt

Bbr. Heinrich Pasternak schreibt aus Meschede-Freienohl:

Bettwäsche und Handtücher usw., gestiftet von KFD-Damen aus dem Wäschefach ihres verstorbenen Ehemanns. Da das Telefon: »Bringt deine Frau heute wieder Sachen zu den Flüchtlingen? Ich bring mal eben drei volle Kartons vorbei.« Manchmal ruft eine Frau an, manchmal ihr Mann. Heute hat »die Lehrerin« unseres Dorfs (seit 43 Jahren in der Hauptschule, nach ihrer Pensionierung unterrichtet sie ein paar Stunden weiter) in den Klassen 9 und 10 Unterricht. Anfangs war sie natürlich in unserer KMF. Aber schon bald musste sie für unser Dorf zur kfd wechseln und ist bereits lange »die Generalin« von knapp 600 jungen, mittelalterlichen und älteren kfd-Frauen. Zweimal in der Woche unterrichtet sie vormittags Flüchtlinge, Mütter und ein paar Väter, in Deutsch und Hauswirtschaft im Pfarrheim. Die Eltern bringen ihre Kinder mit, einige lernen mit, andere spielen nebenbei mit Bausteinen und Lego usw. Dieses Spielzeug ist auch Geschenk von Schülerinnen und Schülern der Lehrerin. Einige kleinere Kinder hat die KMF-kfd-Dame in »ihrem« Kindergarten leicht untergebracht, weil sie als Kirchen-Vorstands-Mitglied zuständig für die KiTa ist und ihr KMF-Gatte früher mal Lehrer für die Erzieherinnen war. Vor allem klappt der Flüchtlings-Unterricht bestens, weil bei der KMF-kfd-Lehrerin eine ihrer ehemaligen Schülerinnen, eine Kurdin (Mutter von zwei großen Kindern) als die beste Dolmetscherin immer mit dabei ist – unbezahlbar neben den ganz neuartigen Deutsch-Lehr-Heften.

Ein- oder zweimal wöchentlich am Nachmittag unterrichten die beiden auch im Gemeinsamen Kirchenzentrum in der Nachbarstadt Meschede. Manchmal werden sie begleitet von der gerade zehnjährigen Enkeltochter, die mit den Kindern das Zusammenleben spielt. Sie selbst hat von den Flüchtlingskindern mitbekommen, dass einige das Kreuzzeichen so machen und andere anders... »Cool.« – Dies gehört auch noch dazu: manche ältere und alte kfd-Frauen stricken Socken, Schals und ganz moderne Boshi für die kleinen und großen Flüchtlingskinder; eine hat auch schon einen Strick-Kurs mit den großen angefangen. Und der KMF-Opa betet donnerstags am Nachmittag in der Kirche mit dem Rosenkranz-Gebetskreis für die auf der Flucht verstorbenen Babys und kleinen Kinder und deren Mütter – und für die jungen Väter, die ihr Kind meist nachts am Wegrand beerdigt haben.

Diese Liste führen wir fort im Hirschberg und hier auf der KMF-Website. Wenn Bundesgeschwister in den Initiativen für Geflüchtete konkreten Bedarf an Hilfen haben oder andere Bundesgeschwister konkrete Hilfe anbieten möchten, teilen wir auch das mit.

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