Über uns

Sie möchten wissen, was der ND heute ist?

Wir gestehen, das wissen viele NDer oft selber nicht so genau. Wir sind eine Gemeinschaft – es gibt viele Gemeinschaften. Wir sind überwiegend Katholiken – davon gibt es ja auch solche und solche, und lange schon gehören evangelische Christen zu uns. Wir legen Wert auf Bildung, das Leben lang – eine Volkshochschule sind wir aber nicht. Familien fühlen sich bei uns besonders wohl – viele unserer Mitglieder sind Singles. Wir feiern gerne – und sind meistens ernst bei der Sache. Wir sind als eine katholische Organisation natürlich konservativ – aber das glaubt kein Bischof mehr und wir selbst auch nicht.

 

Was wir formal sind

Versuchen wir, einfach das Formale zu beschreiben: Wir sind ein katholischer „Bund“ – so etwas Ähnliches wie ein Verband. Gegründet als ein Schülerverband, sind wir heute eine Gemeinschaft von Erwachsenen; Kinder und Jugendliche gehören auch dazu. Lange Jahre gab es die ND-Schülergemeinschaft, die heute in der Katholischen Studierenden Jugend weiterlebt, aber seit kurzem nicht mehr „ND“ ist, verwandt sind wir aber doch. Es gab auch für ein paar Jahrzehnte den ND-Hochschulring für Studierende, heute in der KSJ integriert und nicht mehr ND. Der war früher nur für Jungen und Männer, dann haben die Männer aber eine „Gemeinschaft Katholischer Männer und Frauen“ gegründet, die heute der ND ist, wie auch die KSJ aus einem Jungen- und einem Mädchenverband entstand…

Nun ist Ihnen einiges klar geworden. Nämlich: Knapp 100 Jahre Geschichte genügen, um eine Organisation mehrmals zu verändern, neu zu entwerfen, umzugestalten, hin- und her zu verbinden, auszubauen und zu reduzieren, immer auf der Höhe der Zeit.

Aber wer sind wir?

 

Was uns fehlt

Zunächst: Unserem „Bund“ fehlt einiges, was die Antwort vereinfachen würde: zum Beispiel ein Gründungsheiliger, dessen große Sätze wir uns und andern immer wieder aufsagen könnten und uns dann einfach dran halten: Immer treu! Uns fehlt auch eine ganz bestimmte, sehr exklusive Frömmigkeit, mit einem Gnadenbild in Öl oder Marmor in der Mitte, das wir dreimal glorreich preisen könnten. Auch fehlt uns ein kleines Handbuch mit eindeutigen Lebensregeln, vorgeschriebenen Spendenabgaben, geheimen Mitgliedernamen und Anleitungen für Buß- und Zuchtübungen. Wenn Sie das oder Ähnliches suchen, können wir Ihnen leider nicht weiterhelfen. Andere tun das gerne.

 

Was wir zu haben glauben

Ehrlich gesagt: An handfesten Dingen und eindeutigen Definitionen haben wir nicht viel. Und trotzdem oder eben deshalb sind die Allermeisten sehr gerne und ein Leben lang dabei. Was wir haben oder zu haben glauben, ist vage und geht auch leicht verlustig. Aber es ist uns wichtig:

  • Wir haben uns vorgenommen, immer neu Orientierung zu gewinnen an Jesus Christus und dem Evangelium, um zu sehen, was sich daraus für unser Leben heute ergibt. Dafür steht im ND schon immer die Formulierung: Neue Lebensgestaltung in Christus. Heute würden wir vielleicht sagen: den Glauben in der Zeit leben. Nur manchmal wissen wir nicht so genau: hängen wir nun mit dem Glauben der Zeit hinterher oder mit der Zeit dem Glauben?
  • Wir nehmen uns die Freiheit, im Dialog miteinander und mit anderen eine eigene Meinung zu bilden und daraus den je eigenen Lebensweg zu gestalten. Unsere Gemeinschaft bewährt sich im einander Zuhören, gemeinsamen Suchen, Diskutieren, Streiten und dem Respekt vor dem Anderssein des Anderen. Wir mögen uns natürlich alle. So ziemlich.
  • Wir möchten unsere Zeit verstehen und uns engagieren – mit Sympathie für die Menschen und wachem, kritischem Geist für die Themen. Wenn wir sachlich verstanden haben, worum es geht, versuchen wir vom Evangelium her unsere Meinungen zu bilden. Wo wir erkennen, dass wir uns einsetzen können oder gebraucht werden, machen wir das als Einzelne oder Gruppen. Manchmal auch nicht.
  • Wir leben Glaube und Kirche in den Bedingungen und mit dem Wissen der Zeit. Dankbar für die Überlieferung entdecken wir mit den Fragen von heute das Evangelium neu. Zweifel und Kritik gehören so selbstverständlich zu uns wie fröhliche Lieder zum Lob Gottes. Umkehr und Wandlung sind wichtig. Das heißt: Wir sind bereit, uns zu verändern. Und wir glauben fest an die Verwandlung der katholischen Kirche zur großen ökumenischen und geschwisterlichen Gemeinschaft der Christen. Wenn die Wiederkunft des Herrn nicht schon vorher stattfindet.
  • Unsere Themen stellt uns die Zeit. In Gruppen und bei Tagungen geht es um Pädagogik, Wirtschaft, Naturwissenschaft, Politik, Europa, Bibel, christliches Leben, Erneuerung der Kirche… Wir diskutieren also über Familie und Klimawechsel, Neurowissenschaften und Mystik, Globalisierung und Sterbehilfe. Gut, auch mal über Fußball. Wegen seines Integrationspotentials.
  • Wir sind gerne zusammen in unseren Gruppen, Arbeitskreisen, bei Tagungen, großen Veranstaltungen, religiös oder musisch geprägten Tagen zum Aufatmen und Entspannen. Es gibt Bildungs- und Erholungsreisen, Besinnungstage und Segeltörns. Spezielle Kinder-, Jugend- und Älterenprogramme oder Angebote für alle zusammen. Wir feiern gerne unseren Glauben, teilen miteinander Wort, Brot und Wein. Überhaupt: Feiern können wir gut.

 

Wir bringen in unserer Gemeinschaft also Glaube und Leben, Kirche und Welt zusammen, versuchen es jedenfalls immer wieder. Das tut uns – vielleicht auch anderen – gut. Während das kirchliche Netz großmaschiger, das Gemeindeleben vor Ort schmalspuriger wird, Glaube und Lebenserfahrungen auseinanderfallen, halten wir zusammen. Nicht wie Pech und Schwefel. Sondern locker und zuversichtlich. Wir wollen uns nicht schämen, heute Christen zu sein. Man kann es mit Verantwortung, Geist, Gelassenheit und sogar Lust sein. Denn: Wir sind Kirche. Es liegt an uns, was wir daraus machen. Im ND.

Noch etwas: Sie müssen nicht Mitglied sein, um aus Interesse an Themen oder Neugier auf diesen Bund an unseren Veranstaltungen teilzunehmen. Alle Veranstaltungen sind öffentlich und frei zugänglich, Sie sind herzlich eingeladen.
Was es kostet, sagen wir vorher…