Kongress

Arbeitskreise

(1) Digitale Demokratie? – Politische Perspektiven, Möglichkeiten und Grenzen von Internetkampagnen

Digitale Medien eröffnen neue Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung. Sie dienen als zentrales Element der Mobilisierung sozialer Bewegungen und einer demokratischen Opposition, wie z.B. beim Arabischen Frühling. Aber die digitalen Medien besitzen auch das Potential für staatliche Überwachung.

Wie sich die neue politische Kultur der Verknüpfung entwickeln wird, hängt entscheidend von den politischen Akteuren ab. Wie das funktioniert, fragen wir campact – Demokratie in Aktion. Politisch interessierten Menschen, die wenig Zeit haben, ermöglicht campact durch die Nutzung des Netzes, politisch aktiv zu werden. Zurzeit sind mehr als 1,5 Millionen Menschen bei Campact registriert, die sich an unterschiedlichen Kampagnen beteiligen.

(2) „Was macht Ihr mit meinen Daten?“ Oder: Big data is watchig you

Wer Informationen über Menschen sammelt, gewinnt Macht über sie. Die Datensammelleidenschaft gilt für Geheimdienste ebenso wie für Wirtschaftsunternehmen. In Zeiten global vernetzter Informationsgesellschaft ist der Datenschutz eine zentrale Machtfrage des 21. Jahrhunderts. Das Stichwort "big data" beschreibt Datenmengen, die zu groß, oder zu komplex sind, oder sich zu schnell ändern, um sie mit händischen und klassischen Methoden der Datenverarbeitung auszuwerten. Big Data meint ergänzend auch die Technologien , die zum Sammeln und Auswerten dieser Datenmengen verwendet werden.  Der Arbeitskreis beschäftigt sich mit "Big Data" und fragt nach Konsequenzen für unseren Lebensstil.

(3) „Chancen und Risiken der neuen digitalen Welt?“

Vernetzt sind wir wer. Das gilt für internette Profile bei xing oder facebook und anderen sozialen Netzwerken, geht über Shoppen bei Amazon, Versteigern bei ebay. Smart home ist ohne Netztechnologie ebenso unvorstellbar wie Ankommen ohne Navi quer durch einen Verkehr mit selbstfahrenden Fahrzeugen.

Alles  Utopien? Oder längst anerkannte und gern genutzte Realität? Dieser Arbeitskreis wirft ein Blick in die alltägliche Technikwelt, die uns umgibt, und wägt Chancen und Risiken ab.

(4) Soziale Teilhabe in der schönen virtuellen Welt?

Schön und gut, dass das Netz viele nützliche Informationen bereit stellt, viele Verwaltungsformulare im Netz heruntergeladen werden können. Dieser Arbeitskreis geht der Frage der sozialen Teilhabe in unserer digitalen Gesellschaft nach.

Rein statistisch betrachtet verfügen vier von fünf Haushalten in Deutschland über einen Internetanschluss. Andersherum gesagt: 20 Prozent sind offline. Untersuchungen zeigen, dass fast 40 Prozent der Menschen zu den sogenannten Digital Outsiders gehören. Sie sind nie oder höchstens ein, zwei Mal im Monat im Internet. Ihnen gegenüber steht die fast gleichgroße Gruppe der mit dem Internet Aufgewachsenen, der sogenannten Digital Natives.

Initiativen wie „One Laptop per Child“ versuchen, den digitalen Graben zu überbrücken.

(5) „Wieviel Smartphone ist gut für mein Kind?“

Der Handygebrauch unter Kinder- und Jugendlichen ufert aus. Viele Eltern sorgen sich um ihre Kinder. An vielen Schulen gibt es längst ein striktes Handyverbot. Untersuchungen haben herausgefunden, dass die Kommunikation der Kinder untereinander nur einen relativ geringen Teil der Zeit ausmacht, die sie mit dem Handy verbringen. Überwiegend wird mit dem Handy gespielt – von Geschicklichkeitsspielen bis hin zu fortlaufenden Quizwettbewerben.

Andere Untersuchungen haben ergeben, dass der Erholungswert von elektronischen Spielen denkbar gering ist. Anderseits sollen unsere Kinder lebenstauglich werden. Elektronisch gestützte Kommunikation ist mittlerweile ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens. Und wer nicht in einer Whatsapp-Gruppe ist, gehört nicht dazu.

Familienleben zu gestalten und Erziehungsverantwortung in diesem Konflikt wahrzunehmen ist ein wichtiges Anliegen von Christen. Grund genug, auf unserem Kongress dazu den Austausch zu suchen - und sich gegenseitig zu unterstützen, den richtigen Weg zu finden. Zentral für unsere Erziehungsverantwortung ist sicherlich das Ziel, dass unsere Kinder selbst die Herren ihres Medienkonsums werden.

(6) blog.caritas-webfamilie.de

Kirche und Caritas müssen sich strecken, um in der digitalisierten Welt anschlussfähig zu bleiben. Auch digital nahe bei den Menschen sein - diesen ambitionierten Anspruch formulieren die Social-Media-Leitlinien des Verbandes. In einem dreijährigen Projekt „caritas-webfamilie.de“ will der Deutsche Caritasverband (DCV) diesem Ziel näher kommen. Vor zwei Jahren entstanden die Social-Media-Leitlinien des Verbandes in einem öffentlichen Dialog auf www.caritas-webfamilie.de.Markus Lahrmann, Chefredakteur der Zeitschrift Caritas in NRW, reflektiert den Stand des Projektes. 

Der DCV hat in den vergangenen Jahren mit Weblogs und seinem Enga­ge­ment auf Facebook, Twitter, YouTube und Google plus viele Erfahrungen gesammelt. Immer häufiger laufen Anfragen und Kontakte mit Klienten, Politikern, Spendern, Journalisten, Mit­arbeitern, Freiwilligen, Kritikern und sozialpolitisch Interessierten über diese Kanäle.

(7) "Filme, wie Du glaubst – Filme, was Du liebst – Filme worauf Du hoffst“

Die Pioniere einer gelingenden digitalen Pastoral vermuten wir in den Jugendverbänden und Organisationen. Dieser Arbeitskreis macht sich auf eine Spurensuche,  und zieht eine (Zwischen)Bilanz.

JUPA ist das Jugendportal im Erzbistum Paderborn. „Hier vernetzt sich Katholische Jugendarbeit“ heißt das Motto der Website, die sich in weiteren Kommunikationskanälen vernetzt. 

Der Wettbewerb „Filme, wie Du glaubst – Filme, was Du liebst – Filme, worauf Du hoffst“ setzt darauf, junge Menschen was zu sagen und zu zeigen haben! Im Aufruf heißt es: „Du bist YouTuber oder Filmemacher und willst dein Talent auch an großen Themen ausprobieren? Du bist verrückt genug, deine Sicht auf Glaube, Liebe oder Hoffnung auszudrücken, und das in 1'31"? "http://1-31.tv/

(8) Digital stories: neue Medien in der kirchlichen (Jugend)Arbeit - Kreativ und zeitgemäß den Zugang zum Glauben

“TheoMobil” wurde 1996 aus einer kleinen Gruppe von TheologInnen und PädagogInnen aus Münster und Warendorf gegründet, um sich gemeinsam Perspektiven zu erarbeiten, Konzepte zu entwickeln und zu verwirklichen.

“Zweck des Projektes ist die Förderung von Bildung und Erziehung sowie die Förderung des Dialoges zwischen Kunst, Kultur und Religion.” Hinter dieser allgemeinen Definition verbirgt sich der Versuch, die vielfältigen Formen und Methoden von Kulturarbeit, Spiel- und Theaterpädagogik mit der theologischen Bildungsarbeit konzeptionell zu verbinden und damit gegenseitig zu bereichern.

Mobilität, Flexibilität und unabhängige Projektarbeit sind Kennzeichen des TheoMobils. Der Arbeitskreis ist eine Mischung zwischen Werkstaftbericht und Experiment.

(9) Vernetzte Inseln: Kirchliche Gemeinschaften zwischen virtueller und sinnlicher Realität

Wir weiten den Blick über die digitalisierte Welt. Im Arbeitskreis mit Franz-Josef Nocke geht es darum, wie man angesichts der für viele unbefriedigenden kirchlichen Situation eine alternative Form kirchlicher Beheimatung finden könnte. Und dabei könnte ND-KMF eine Rolle spielen, kündigt Franz Josef an.

(10) Die unglaublichen Möglichkeiten heutiger Computer

Jeder kommt heute tagtäglich unbewusst mit Computern in Kontakt. Dabei sind nicht Computer im klassischen Sinne gemeint, sondern solche, die nicht mehr als Computer erkennbar sind. Die wohl bekanntesten Beispiele sind Mobiltelefone bzw. Smartphones. In jedem neuen Auto stecken heutzu­tage 80-140 „kleine Computer“, sogenannte Mikroprozessoren, die miteinan­der ver­netzt sind; im Flugzeug sind es an die 1000. Aber nicht nur dort finden sie Anwendung, auch im medizinischen Bereich sind sie nicht mehr wegzudenken; sie unter­stützen z.B. den Arzt bei Operationen und helfen bei der Krankenpflege. Die Möglichkeiten dieser com­puterunterstützten Welt sollen – auch mit ihren Risiken - aufgezeigt und diskutiert werden.

(11) „Das globale faseroptische Netzwerk – Rückgrat des heutigen Internets

Es gibt mittlerweile eine globale faser-optische Infrastruktur, die den weltweiten Datenaustausch in öffentlich zugänglichen als auch privaten Netzen ermöglicht. Das Bild zeigt schematisch nur die wichtigsten Verbindungen durch Unterwasserkabel (http://www.cablemap.info/); sie werden auf den Kontinenten durch feinmaschige Netzwerke von Lichtwellenleitern ergänzt. Wir wollen dieses „Rückgrat“ des heutigen Internets mit seinen Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren genauer kennenlernen und zukünftige Entwicklungen diskutieren.

(12) Bioinformatik – und ihr Beitrag zur personalisierten Medizin

Die Bioinformatik ist eine junge Diszi­plin der Lebenswissenschaften, die sich mit der computer­gestützten Analyse molekular­biolo­gi­scher Daten beschäftigt. Als 2001 das mensch­liche Genom in einem zehnjährigen internatio­na­len Projekt erstmals sequenziert wurde, hatte die Bioinfor­ma­tik wesentlichen Anteil am wis­sen­schaft­lichen Erfolg. Heute kostet die Sequenzierung eines indivi­duellen Genoms nur wenige 1000 Euro und wird in 2-3 Tagen durchgeführt.

Die bioinfor­ma­ti­sche Auswertung und Interpre­ta­tion der genomischen Daten bleiben jedoch eine große Her­aus­forderung, aber sie bilden zu­sam­men mit neuen Sequenziertechnologien die Grundlage für die personalisierte Medizin. Der Arbeitskreis bietet Einblicke in die Bioinformatik (z.B. in der Krebsforschung) und ihre Bedeutung für die Entwicklung neuer, personalisierter Therapien.

(13) Die Kunst inmitten der digitalisierten Gesellschaft zu improvisieren und das bei Stromausfall

„Hallo da draußen!

Wir sind Improsant. Unsere Gruppe gibt es jetzt seit ca. sechs Jahren und wir spielen Improtheater, jeden Montag Abend in der KHG. Verstärkung können wir immer gut gebrauchen.“

Zwischenruf: Achtung Improvisation! Da der Montag-Abend durch den Eröffnungsgottesdienst und den Start im KSJ-Café verplant ist, nutzen wir die Zeitlücke am Mittwoch-Nachmittag, für Überraschendes.

„Komm vorbei, wenn du Lust hast, aus dem Stehgreif Theaterszenen zu entwickeln, immer wieder in neue Rollen zu schlüpfen und dabei viel Spaß zu haben! Wir freuen uns auf dich - egal, ob du schon Theatererfahrung hast oder nicht!“

(14) Ein Klapprechner auf dem Tablett – Zwei Welten begegnen sich

Tablet, die Anspielung ist gewollt. Poetry slam ist die gewissermaßen der apple der Literaturszene. Kurz, knackig, zeitkritisch und etwas verspielt. Ein Wettbewerb für Sprachkünstler, bei dem selbstgeschriebene Texte innerhalb einer bestimmten Zeit einem Publikum vorgetragen werden. Die Zuhörer küren anschließend den Sieger. Logisch beschleunigt die digitale Gesellschaft & high-tech die Recherche, aber die Rhetorik ist das Sahnehäubchen.

Entstanden 1986 in Chicago, breiteten sich poetry slams global aus. In Paderborn kulminiert die Szene. Poetry Slam und Paderborn - das geht gut zusammen. Wir haben die poetry slamer rund um den Lektora-Verlag gebeten, uns in ihre Kunst einzuweihen. Eine spätere Aufführung nicht ausgeschlossen. Der Arbeitskreis richtet sich an Wortakrobaten.

(15) Modell Maria aus Magdala

Ein Blick zurück zeigt überraschende Perspektiven. In dem Arbeitskreis lädt Gunda Mayer ein Maria von Magdala näher in den Blick zu nehmen. Dabei kommt Überraschendes zu Tage:

Vernetzung als Grenzüberwindung  zwischen Selbstbestimmung der Frau und Patriarchalismus, zwischen Konventionsbruch und Bürgerlichkeit, zwischen Leidenschaft und Strategie, zwischen Sinnlichkeit und Verkündigung.

(16) Vernetzung in der biblischen Gemeinde – Mit dem Blick zurück den Weg in die Zukunft finden

Angesichts der Öffnung anderer urchristlicher Gemeinden für die Heiden möchte Matthäus auch seine Gemeinde ermutigen, diesen Weg zu gehen. In Zeiten des Umbruchs entwickelt der Evangelist im Blick zurück Perspektiven für künftige Aufgaben seiner Gemeinde.

Wir beschäftigen uns mit der Theologie des Matthäus-Evangeliums. Gemeinsam mit dem Team der Geistlichen Leitung fragen wir auch, welche Impulse die KMF für sich beim Evangelisten und seiner Gemeinde entdecken kann, wenn wir im Verband Perspektiven für die Zukunft suchen.

(17) 50 Jahre Gotteslob im Spiegel des deutschen Bruttosozialproduktes?

Zwar gibt es das neu aufgelegte Gotteslob nicht in einer digitalisierten Version. Das hindert uns keineswegs daran, in alte Melodien zur größeren Ehre Gottes einzustimmen oder auf neue Weise Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute zum Ausdruck zu bringen. Der Arbeitskreis weitet den Blick über die Musik hinaus auf Entstehungsbedingungen des Neuen Gotteslobes.

(18) Vom Acrylbild zur Digitalen Kunst

Ein erstes effektvolles, stimmiges Acrylbild malen – die Farben des Frühlings einfangen mit ihren fließenden Übergängen – Farben und Formen entstehen sehen unter den eigenen Händen – mit Rolle und/oder Spachtel – beglückende Erfahrungen im eigenen sinnlichen Tun. Und dann...

Die Maschine arbeiten lassen: Das eigene (getrocknete) Bild einscannen – im Computer speichern – Farben, Formen und Strukturen verändern – beobachten, welche „Bilder“, welche Eindrücke in meinem Bild noch schlummern – die maschinellen Produkte in Beziehung setzen zu meiner eigenen Handarbeit – vielleicht schon ein Gefühl für digitale Kunst bekommen... Und möglicherweise...

Der Rahmen macht das Bild: wie ändert sich mein Bild, wenn ich es in einen Holz- oder
Plastikrahmen, in einen weißen oder schwarzen, einen breiten oder schmalen Rahmen stecke? – Braucht mein Bild einen Rahmen? – Mein Bild drinnen, draußen, im Flur, im Zimmer...

Überblick über die Arbeitskreise

  1. Digitale Demokratie?
  2. „Was macht Ihr mit meinen Daten?“ 
  3. „Chancen und Risiken der neuen digitalen Welt“ 
  4. Soziale Teilhabe in der schönen virtuellen Welt? 
  5. „Wieviel Smartphone ist gut für mein Kind?“ 
  6. blog.caritas-webfamilie.de
  7. Digitale Pastoral
  8. Theomobil
  9. Vernetzte Inseln: 
  10. Die unglaublichen Möglichkeiten heutiger Computer
  11. „Das globale faseroptische Netzwerk"
  12. Bioinformatik
  13. Impro-Theater
  14. Klapprechner auf dem Tablett
  15. Modell M. aus Magdala
  16. Mit dem Blick zurück den Weg in die Zukunft finden
  17. 50 Jahre Gotteslob
  18. Vom Acrylbild zur Digitalen Kunst