Rumänien 2009

Begegnungen am Rande Europas Kulturen und Religionen in Rumänien

KMF-Meilensteingruppe „Reisen“ vom 4. bis 13. September 2009

Stationen:

Temeswar – Deva – Alba Julia – Hermannstadt- Michelsberg – Heltau – Paltinis – Rosiu – Sighisoara – Biertan – Kronstadt – Tartlau – Sanpetru – Bukaresti 

Unterkünfte:

Salvatorianerkloster in Timisoara,
Elimheim, Bildungshaus der evangelischen Kirche in Cisnadiora,
“Haus der Hoffnung” der Ungarisch-Reformierten Gemeinde in Brasov.

Zitate unserer Gesprächspartner:

“Temeswar ist die europäischste Stadt Europas”
Franziskanerpater Berno mit Blick auf das friedliche Zusammenleben von Rumänen, Ungarn, Juden, Deutschen, Serben und anderer Nationen in seiner Stadt.

“Vor dem zweiten Weltkrieg war Rumänien mit 700000 Deutschen die größte deutsche Sprachinsel außerhalb Deutschlands”
Frau Podlipny-Hehn, Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Temeswar.

“Entscheidung setzt ein Minimum an Freiheit voraus”
Pfarrer Eginald Schlattner in Bezug auf seine Zeit im Securitate Gefängnis.

“Die dritte Welt vor meiner Türe”
(Gefängnis-) Pfarrer Eginald Schlattner, die „Stimme Siebenbürgens“ (FAZ) über die Lebensbedingungen der Roma am Fluss unterhalb seines Ortes Rosia.

“Von 1300 Sachsen sind heute noch 80 hier, von denen am Sonntag noch 20 den steilen Weg in die Kirche schaffen”
Wehrkirchenführerin Andrea in Birthälm.

 “Positive Diskriminierung von Ausländern”
Volker Reiter, Leiter des interethnischen Bildungszentrums in Schässburg zu der Möglichkeit, in Rumänien in 12 Sprachen Abitur ablegen zu können.

“Die Leute müssen selbst initiativ werden und für ihr Wohl sorgen“
Beatrice Ungar, Chefredakteurin der Hermannstädter Zeitung auf die Frage „Wenn Sie etwas ändern könnten in Rumänien, was würden Sie unternehmen?“

„Krisenzeiten sind Chancen“
M. Menetschi, Pfarrer der ungarisch reformierten Kirche in Brasov angesichts der derzeitigen Wirtschaftskrise.

“Man soll den Ort des Leidens nicht verlassen, sondern man soll dafür arbeiten, dass das Leiden den Ort verlässt”
Pfarrer Eginald Schlattner

Bleibende Eindrücke:

Das friedliche Miteinander der Religionen und Völker, aber auch: historisch bedingte Spannungen zwischen den Ethnien – Ein Vielvölkerstaat mit 20 Minderheiten, aber auch: Autonomiebestrebungen der (ungarischen) Szekler – Der Exodus der Siebenbürgener Sachsen und Banater Schwaben, aber auch: die Pflege der deutschen Sprache und Kultur an deutschen Schulen und Theater –– Prunkvolle Zigeunerpaläste, aber auch: bittere Armut und Analphabetismus der Roma – Die blutige Revolution 1989 mit über 1000 Toten, aber auch: das Schweigen und die Frustration 2009 – Das neue EU-Land mit vielen wirtschaftliche Perspektiven, aber auch: ein Durchschnittslohn von rund 300 Euro - Aufgeschlossenheit, Sprachkenntnisse und Europabezogenheit der jungen Rumänen, aber auch: über eine Million rumänischer Gastarbeiter in Europa – Deutsche Edel-Autos in den Städten, aber auch: Pferdefuhrwerke im ländlichen Raum  - Auberginencreme und Clatite (hauchdünne Pfannkuchen), aber auch: rumänische Weine, und nicht zu vergessen: einen Tuica – No roc, aber nicht dumm!