Exkursionen Kongress 2016

 

Essen

Die Stadt war eines der wichtigsten Zentren der Montanindustrie in Deutschland, entwickelte aber in den vergangenen Jahrzehnten einen starken Dienstleitungssektor. Um die historische Bedeutung der sich IM WANDEL befindlichen
Stadt zu veranschaulichen, wird die ehemalige Zeche Zollverein, die seit 2001 zum Welterbe der UNESCO gehört, besichtigt. Als Besonderheit im kirchlichen Bereich wird das Essener Münster besichtigt: Das Gotteshaus der heutigen Bischofskirche des Bistums Essen geht bis ins 9. Jahrhundert zurück und verfügt mit der Domschatzkammer über bedeutende Kunstwerke, so etwa die Goldene Madonna.

 

Duisburg

Gesellschaftliche Veränderungsprozesse zeigen sich u. a. im heutigen Nebeneinander verschiedener
Religionen im christlich geprägten Ruhrgebiet. Beispielhaft steht hierfür die im Jahr 2008 eröffnete Merkez-Moschee in Duisburg, die zu den größten Moscheen Deutschlands zählt. Ein weiterer Superlativ betrifft den Duisburger Hafen, der ebenfalls
als Ziel der Exkursion angesteuert wird: Dieser gilt als der größte Binnenhafen der Welt. Er ist längst nicht nur Umschlagsplatz für Kohle und Stahl, sondern für 40 Millionen Tonnen Güter jeder Art.

 

Oberhausen

Mit der 1758 in Betrieb genommenen Eisenhütte St. Antony gilt die Stadt als Wiege der Ruhrindustrie, hat aber selbst im Vergleich zu anderen Nachbarstädten in besonderer Weise mit den Folgen des Strukturwandels zu kämpfen. Zu den positiven Entwicklungen zählt die sog. Neue Mitte Oberhausen, ein ehemaliges Industriegelände, welches heute für sportliche, gewerbliche und kulturelle Angebote genutzt wird. In unmittelbarer Nähe zum Gasometer, der zu den Panoramen und Landmarken der Route der Industriekultur zählt, liegt das größte Einkaufs- und Freizeitzentrum in Europa, das CentrO. Für die Restrukturierung alter Industrieareale im Revier gibt es kaum ein besseres Beispiel.

 

Bottrop

Auf den Spuren von Papst Johannes Paul II. zu wandeln ist auch beim KMF-Kongress 2016 möglich. 1987 besuchte er das Ruhrgebiet und machte auf einer Bottroper Halde Station. Hier existiert noch heute ein Kreuzweg, der die alte Prägung der Region mit dem Leidensweg Jesu verbindet und zum Erklimmen der Halde einlädt. Oben angekommen bietet sich ein eindrucksvoller Ausblick auf das gesamte Ruhrgebiet. Sichtbar von dieser Stelle aus ist auch das Bergwerk Prosper-Haniel,
in dem noch Steinkohle gefördert und das ebenfalls besucht wird. Besonderheit: Diese Exkursion ist
auch geeignet für Menschen mit Gebehinderung. Mittagessen im Casino Finanzamt Bottrop.

 

Gelsenkirchen

Als Bindeglied zwischen der Moderne des Ruhrgebietes im Strukturwandel und seiner Vergangenheit als montanindustrielle Region ist Sport im Allgemeinen und der Fußball im Besonderen untrennbarer Bestandsteil der Ruhrgebietskultur. Dortmund liegt für eine Exkursion leider zu weit von Mülheim entfernt, Gelsenkirchen aber ist erreichbar. Die Stadt ist überregional vor allem als Heimat des Fußballclubs Schalke 04 mit seinen »Knappen« bekannt. Weniger bekannt, aber als ehemaliges Bundesgartenschaugelände zumindest zeitweise im Rampenlicht der öffentlichen Wahrnehmung gewesen, ist das ehemalige Gelände der Zeche Nordstern, der sog. Nordstern park, ein beliebtes Naherholungsgebiet. Hier treffen Industriekultur und weiträumige Naturlandschaft aufeinander.

 

Bochum

Mit der Schließung des Bochumer Opel Werkes im Jahr 2014 erlebt die Stadt den Strukturwandel erneut in drastischer Weise. Interessant ist, dass die Ruhr-Universität Bochum seitdem als größter Arbeitgeber gilt und mit ihrer Forschungsstärke weit über die Region hinaus die Erfolge des Wandels markiert. Neben der besonderen städtebaulichen Architektur der Universität, die von oben betrachtet einem Hafen der Wissenschaft entsprechen soll, ist die sog. Jahrhunderthalle hervorzuheben. Entworfen 1902 als rein zweckbestimmte Architektur, steht die Stahlkonstruktion der ehemaligen Gebläsemaschinenhalle sinnbildlich für die industriekulturelle Umnutzung derartiger Gebäude als Veranstaltungszentren.