Synode

Die Kommentare der Mitglieder!

Kommentar von Gerhard Schwetje

Trotz aller kirchenrechtlichen Vorgaben für eine neue Nationalsynode, auf die Alois Glück mit Recht hinweist, scheint mir jetzt der Kairos für eine solche Synode gegeben. So wie das Konzil 1962-65 nicht ohne das Pontifikat Johannes XXIII. möglich geworden wäre, so ist heute das Pontifikat von Papst Franziskus eine einmalige Chance für eine neue deutsche Synode. Nicht nur dass Papst Franziskus  neu die Tore für eine Entgrenzung der Kirche hin zu den Rändern der Welt und der Gesellschaft geöffnet hat, er will auch eine Entzerrung der pastoralen Zentralisierung auf Rom einleiten. Der Focus der römischen Kirche kann nicht mehr länger auf Europa / Deutschland fixiert werden, wie die Auswahl seiner pastoralen Auslandsreisen deutlich macht. Die Globalisierung der Kirche bedarf ergänzend einer pastoralen Dezentralisierung! So könnte eine neue deutsche Synode die Chance einer pastoralen Neuidentifizierung der Deutschen Kirche bieten. Die Prüfmaßstäbe hierfür sind hervorragend im neuen Hirschberg 2 / 2015 – ‚Für eine Synode‘ benannt. (Ein neues Weltkonzil wird schon alleine wegen der inzwischen eingetretenen Verdopplung der Bischofszahlen immer schwieriger.) Eine solche Synode erfordert Mut, denn ihr Ergebnis kann nicht alleine durch menschliche Planungen gesichert werden, sondern bleibt hoffentlich dem nicht vorhersehbaren Wirken des Hl. Geistes offen. Das macht sie zu einem spannenden Abenteuer. Aber auch das Konzil musste mehrere kritische Situationen meistern. Ohne Offenheit und Vertrauen in die Mitwirkung des Hl. Geistes aber lässt sich die Kirche niemals erneuern. Wann, wenn nicht jetzt im Pontifikat von Papst Franziskus, ist die Zeit für das Wagnis einer neuen Synode offener?! Verpassen wir diese Chance nicht. ‚Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben‘ gilt nicht nur für gesellschaftliche Systeme sondern auch für die Kirche. Ein neuer Aufbruch unserer Kirche in Deutschland ist jetzt gefordert, und für lange Zeit vielleicht nicht mehr unter so günstigen Voraussetzungen möglich.

Kommentar von Egon Dammann

Bündnis für eine Synode

Der Hirschberg (2/15) gibt kräftg Hinweise, die Vorbereitung für eine Synode mitzutragen. Es bleibt jedoch alles beim alt Bekannten, wenn wieder nur Regularien erörtert werden.

Die Lösung für Geschiedene (Wiederverheiratete) kann einzig die sein, das Gewissen zu schärfen, und die Entscheidung dem Einzelnen anzuvertrauen. Johanna Rahner sagt dazu: >>Das Konzil hat im Bekenntnis zur Religionsfreiheit, der Neukonstellation des Offenbarungs-verständnisses wie der pneumatologischen Revision des Kirchenverständnisses, die Kategorie der Pesonenwürde neu entdeckt.<<

Papst Franziskus will die Annulierung von Ehen bei Glaubensmangel erleichtern. Wer aber entscheidet denn die Glaubwürdigkeit bei Glaubensmangel ?  Genügt ein "Lippenbekennis"? Ein solcher Kompromiß bringt neuenVerdruß.

Auch konfessionsverbindende Ehen leiden und möchten gemeinsam Eucharistie feiern dürfen. Im weitesten Sinn werden auch Familienprobleme berührt, wenn bei >>donum vitae<< für das Leben beraten wird, die Kirche jedoch die Beratung für das JA zum Leben abstraft.

Das bevorstehende 500.-Luther-Jahr gibt Anlass genug, die letzte Hürde zum Abendmahl zu überwinden! (Siehe Hirschberg 5/14 - Prof. Brosseder). Die konfessionstrennende Irrealität muss gelöst werden, im Sinne christlicher Familienzugehörigkeit.

Kommentar von Heinrich Pasternak

„Bündnis für eine Synode“

Position und Antrag Eins:

Vom zumeist zweiseitigen Dialog-Prozess zur allseitigen Kommunikations-Fähigkeit. Dabei in der Zeichensprache, Körpersprache, Gebärdensprache, Kleidungssprache weg vom klerikal-androzentrischen Narzissmus, von der Machiavelli´schen Intelligenz!

Ein konkreter Weg, eine solche Kommunikations-Fähigkeit (Kommunikations-Bereitschaft ist nur der notwendende Anfang) zu lernen, wurde (2015) vorgeschlagen in einem Arbeitskreis von Religionslehrern an Berufsschulen / Berufskollegs: Jeder Pastor, Pfarrer bis hinauf ins Domkapitel soll für ein halbes Schuljahr in einer Berufsschule, einem Berufskolleg in unterschiedlichen Klassen Religionsunterricht geben, selbstverständlich dabei auf Kleriker-Kleidung, Zeichen, Titel verzichten; nur sein bürgerlicher Name sollte bekannt sein in der Schülerschaft, im Lehrer-Kollegium; Ausnahme Schulleitung.

Position und Antrag Zwei:

Zur Vermeidung Machiavelli´scher Intelligenz darf der neue Pastor, Pfarrer in seinem neuen Kirchengebäude, in der Ausstattung mit Kunstwerken während seiner ersten zwei Jahre in seiner neuen Pfarrei (in seinem ihm vom Bischof zugeteilten Pastoralen Raum) keine Veränderung vornehmen, auch nicht mit Hilfe des Pfarrgemeinderats, des Kirchenvorstands, der Pfarrversammlung; ausgenommen von beruflichen Fachleuten bestätigte gegenständliche Reparaturen. Gemeint sind vor allem die künstlerisch oft nicht so gewichtigen, doch sehr alten kleineren Kirchen „auf dem Lande“, die mit ihrer Ausstattung zumeist nicht im staatlichen Denkmalsschutz stehen.

Begründung für diesen Antrag Zwei:

Bei der Textfassung der Geschichte einer 700 Jahre alten Dorfkirche (nur bezogen auf das Kirchengebäude), beim Forschen im gesamten Pfarr- und Orts-Archiv und bezogen auf das Kirchengebäude im Bischöflichen Archiv stellte sich heraus: mancher neuer Pastor, Pfarrer entsorgte kurz oder bald nach seinem Einzuug Ausstattungs-Teile, Kunst-Gegenstände (Figuren usw.), die sein Vorgänger wohl auch mit seiner Gemeinde angeschafft, eingeführt hatte. - Als dieser Entsorgungs-Stil deutlich geworden war, ergab Kontaktieren mit anderen Heimatforschern erstaunlich, unerwartet ähnliches Verhalten in anderen Pfarreien. Das mehrmalige Vorkommen lässt die Vokabel Verhalten zu.

Zwei Beispiele aus der Jetztzeit:

In der katholischen Pfarrkirche hatte mit der Erlaubnis des zuständigen katholischen Bischofs und gerne mit dem Willkommen der katholischen Pfarrgemeinde die kleine evangelische Dorfgemeinde am späten Vormittag ihren Sonntagsgottesdienst gehalten, auch ihren Abendmahlsgottesdienst. Vorher feierte die evangelische Gemeinde  ihren Gottesdienst im Festsaal eines Dorf-Hotels. Nun baute sie ihre eigene kleine Kirche. Bald nach dem Umzug in ihre neue Heilig-Kreuz-Kapelle schenkte sie der katholischen Kirche die „Sechs Evangelischen Altar-Leuchter“, 130 cm hoch, aus Bronze wie der Tabernakel, der Osterleuchter, das Ambo und vom selben Künstler. - Der neue Pastor brachte 4 eigene Holz vergoldete Barock-Altar-Leuchter „mit in die Ehe“. Erst einmal kamen die 6 Evangelischen Leuchter in den Abstellraum und die 4 neuen Leuchter umstanden den Altar. Nach ein paar Jahren stehen die nur an den Hochfesten am Altar und die 6 in der übrigen Zeit. - Sichtbare Machiavelli´sche Intelligenz.

Die „Konzils-Leuchte“ vom „Guten Papst Johannes“ XXIII. wurde in einer ganz einfachen Dorf-Kirche (in Erinnerung an die einfache Herkunft aus einer Bauernfamilie dieses Papstes) als ein ganz einfacher Vierungs-Leuchter (in Erinnerung an den weltberühmten Vierungs-Leuchter im Dom von Venedig, der Herkunfts-Kirche von Kardinal und Patriarch Angelo Giuseppe Roncalli), im optischen Konzept dem Dom-Leuchter ähnlich, freilich hergestellt aus Holz in der Firma eines Schreinermeisters des Dorfes, und mit der Beleuchtungs-Technik einer sehr bekannten Leuchten-Firma des Dorfes – und nach den Beratungen, den Zustimmungen und der Beschlussfassung im Pfarrgemeinderat, im Kirchenvorstand und in der Pfarrversammlung (vorher bekannt gegeben, direkt nach einer Sonntagsmesse). -  Der nächste Pastor hat diesen Leuchter mit seiner aussagestarken Zeichensprache sehr schnell, nach einem Jahr seiner Amtszeit entsorgen lassen. Der Kirchenvorstand fühlte und wusste sich überredet. Verschönerungs-Vorschläge seitens anderer Handwerksmeister im Dorf (mit teilweiser Goldfarbe...) konnten nicht mehr zur Sprache kommen. - Später wurde der Gute Papst Johannes heiliggesprochen; er wird schmunzeln, nicht meckern.

(Bild: Internet: meschede.de / St. Nikolaus-Pfarrkirche)

Kommentar von Heinrich Pasternak

 
Statement für Beiträge zur Synode
 
Magnifique plus! Für noch viele Beiträge zur Synode dank der Vorarbeit von:
Walter Kasper: „Nochmals: Zulassung von wiederverheiratet Geschiedenen zu den Sakramenten? Ein dorniges und komplexes Problem“ im Internet: kath.de : Stimmen der Zeit.
Zuerst lesen – nur 9 Seiten -, in der Gruppe diskutieren und sich dann eintragen lassen in die Liste „Bündnis für eine Synode“ bei KMF.de. Bitte!
 
Schwerpunkte, Betonungen, Merk-Würdigkeiten:
Seite 1, Abschnitt: Papst Johannes Paul II.... So ist es …: Diesen viele glaubwürdige Christen zusammenfassenden Satz können sicher viele lebenserfahrene junge und alte Bundesgeschwister zehnmal unterstreichen und mit lebendigen Menschen benennen. Seite 2, Abschnitt: Für die.. Und: Das ist...Dazu die Anmerkung 10 auf Seite 8 mit dem Buch von Marc Ouellet: Die Familie... Die 14 € lohnen sich!
Seite 3, Abschnitt: Die Dramatik... Und: Eine solche realistische...
Seite 4, Abschnitt: Die Tradition...Es lohnt sich in Anmerkung 17 das Thomas-Zitat aufzuschlagen im Internet: Corpus Thomisticum.
Seite 5, Abschnitt: Die Billigkeit... Dazu passt der Predigt-Ausschnitt des Stummen Ochsen der Uni-Köln, Kirchenlehrer und Heiliger, von Thomas von Aquin: „Gerechtigkeit ohne Barmherzigkeit ist grausam - Justitia sine misericordia crudelitas est!“  (Com. Metth. Ev. Cap. V).
Auch für jetzt: Walter Kasper lehrt auf Seite 6 unten: „Die Barmherzigkeit ist diese ewige Neuheit.“
Der Aquinate könnte schmunzelnd aufstehen: „Sufficit – ok!“
Und jetzt die eigene Stimme abgeben in die KMF.de – Liste: „Bündnis für eine Synode!“
 
Heinrich Pasternak
 

Kommentar von Heinrich Pasternak

Nach dem intensiven, regelmäßigen Lesen kirchlich und nichtkirchlich unterschiedlicher Texte in Zeitungen, Zeitschriften und Internet-Informationen von DBK, ZDK, kath.de bis katholisch.de, der statistischen Publikationen und so weiter, von Papst Franziskus: „Laudato si“, Walter Kaspar, Reinhard Marx, Heinz Josef Algermissen, Stafen Oster bis hin zu Bünker/Schmitt (Hrsg.) und denen, für die alles schon entschieden ist, sind mir wichtig diese Statements:

 

Zur Erstkommunion und sonntäglichen Eucharistiefeier: ab 12., 14. Lebensjahr:

Die Einladung, Aufforderung und Vorbereitung zur Erstkommunion sollte nicht mehr nur aufgrund des Schulalters (Schulklasse), Lebensalters des Kindes erfolgen.

Sondern: (1.) wenn die Familie des Kindes, Eltern, Mutter und Vater sich nicht zu den äußeren und inneren Emigranten der Kirche zählen, sondern selber mit der sonntäglichen Eucharistiefeier leben, dann kann das 12- bis 14-jährige Kind zur Erstkommunion eingeladen, aufgefordert, vorbereitet werden. (2.) Das 12- bis 14-jährige Kind kann sich aufgrund eigener Lebenserfahrungen innerhalb oder außerhalb der eigenen Familie zur Ersten Hl. Kommunion zur Vorbereitung anmelden usw. und dann auch die sonntägliche Eucharistiefeier in seiner Gemeinde (Pfarrei oder einer ähnlichen Gemeinschaft) mitleben, auch wenn die Eltern äußere oder innere Emigranten der Kirche sind. - Die maßgebliche, offizielle Vorbereitung zur Erstkommunion ist nicht Aufgabe der Schule in einer bestimmten Schulklasse. Sondern die maßgebliche Vorbereitung des Kindes zur Erstkommunion und sonntäglichen Eucharistiefeier in der Pfarrei oder einer ihr ähnlichen Gemeinschaft wird geleistet vom hauptamtlichen Priester, Seelsorger, Pastoral-Assistenten, Gemeinde-Referenten auf 2 Ebenen: zum einen in einem sogen. „Grundkurs zum Glauben“ mit den Eltern, Mutter und Vater des Kindes; zum anderen mit den Kindern. - Die Erstkommunion-Feier für solch eine Gemeinde-Gruppe gibt es aus organisatorischen Gründen nur einmal im Jahr. Auch selbstverständlich ist, dass das Pastoral-Team die äußeren und inneren Emigranten-Eltern zum „Grundkurs zum Glauben“ einlädt, motiviert. Hierbei kann sich zeigen, dass die Erstkommunionkinder auch älter als 12 oder 14 Jahre alt sind. Maßgeblich ist nicht mehr der gute Willen der Eltern, des Kindes, ein gewisser Gruppen-Maßstab (Schulklasse), sondern das Entwicklungsalter das Kindes, das sein konkretes Engagement in der Kirche beansprucht.

 

Zum Sakrament der Firmung: ab 18., 21. Lebensjahr

Zum Empfang des Sakraments der Firmung ist in der Jetztzeit, im 21. Jahrhundert, für die möglichen Empfänger in der katholische Kirche in Deutschland ein anderes entwicklungspsychologisch bedingtes Lebensalter sinnvoll (voll Sinn) als noch vor 20, 100 und mehr Jahren. Die jungen Leute sollen mit 18, 21 Jahren die erste große Ausbildungsphase für ihr Berufsfeld, für ihr Lebensalter hinter sich haben und die sonntägliche Eucharistiefeier in ihrer Pfarrei (oder einer ähnlichen Gemeinschaft) gleichsam als einen Berechtigungsschein der Kirche vorlegen für einen „Extra-Grundkurs zum Glauben“.

 

Zum Sakrament der Ehe: nach 3 oder 5 Jahren standesamtlich geschlossener Ehe und Familien-Gründung

Unmöglich wird es sein, das Wort Ehe abzuschaffen. Darum gibt es weiter die auf dem Standesamt geschlossene Ehe (mit all ihren Voraussetzungen, Bedingungen usw.) - einerseits. Und andererseits – inhaltlich ganz anders – gibt es das Sakrament der Ehe. Damit der „himmelweite“ Unterschied äußerlich deutlich wird, soll ein zeitlicher Unterschied eingeführt werden: mit den Grundlagen für das Sakrament der Ehe spendet sich auf Grund seiner standesamtlichen Trauung das katholische (ökumenische) Ehepaar „im Angesicht der Kirche“ (Pastor, Pfarrer) das Sakrament der Ehe nach 3 oder 5 Jahren praktizierter standesamtlich geschlossener und nicht geschiedener, getrennter Ehe. In eine solche Probezeit gehört selbstverständlich zur Vorbereitung ein kirchlich beglaubigter „Grundkurs zum Glauben im Sakrament der Ehe“.

Eine aktuelle Grundlage für einen solchen Grundkurs ist der (pdf) Vortrag (2015) von Frau Prof. Dr. Hanna Barbara Gerl-Falkowitz: „Sexus – Eros – Liebe. Ein Spannungsfeld als Gabe und Aufgabe“.

 

Schmuckstücke, wesentlich mehr als fromme Anhängsel

Mit dem Sakrament der Taufe glauben Mutter, Vater auch des kleinsten Kindes: „Gott ist durch und durch dein Vater, deine Mutter.“

Mit dem Sakrament der Eucharistie glaubt der junge Mensch: „Ich glaube: ich gehöre ganz persönlich zu Jesus Christus in seiner Kirche!“

Mit dem Sakrament der Firmung glaubt der junge Erwachsene: „Ich glaube: ich habe eine ganz persönliche Handlungs-Aufgabe in der Kirche Jesu Christi!“

Mit dem Sakrament der Ehe glaubt das Ehepaar mit seiner eigenen Familie: „Wir glauben: wir haben in unserer Ehe eine wesentlich gründlichere Liebe zu leben als in der nur standesamtlich geschlossenen Ehe!“

 

Heinrich Pasternak

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